News

13.12.2016

Klug, aber nicht unwiderstehlich gelaufen

Cross-Europameisterschaften in Chia/ITA auf Sardinien

Letzten Sonntag um 13:10 Uhr war es soweit. 80 Läufer vereinten sich bei der Elite-Kategorie der Männer am Start. Die Sonne brannte von oben und das Thermometer zeigte auf der beliebten Ferieninsel 20 Grad Celsius an. Marco Kern, der zweite Schweizer im Feld, und ich standen nebeneinander in der helvetischen Startbox und sahen den flachen, sehr schnellen Wiesen-Parcours vor uns. Einzig drei Strohballen-Hindernisse und drei kleine giftige Hügel waren auf der 1500 Meter langen Runde, welche sechsmal zu absolvieren war, zu erkennen. Gemeinsam mit dem Betreuerteam hatten wir am Vorabend eine klare Taktik vereinbart: „gemächlich“ starten, einen guten Rhythmus finden und ab Rennhälfte die zu schnell gestarteten Läufer einsammeln.

Ohne in ein Gerangel zu geraten, reihten sich Marco und ich auf der Startschlaufe um Position 75 ein. Den ersten Kilometer, wo man eigentlich erst auf die richtige Runde einbog, passierten wir bei 2:55 Minuten. „Genau richtig!“, dachten wir und absolvierten den zweiten Kilometer weiterhin hinten im Feld in rund drei Minuten. Danach begann unsere Aufholjagd. Wir machten langsam aber sicher Position um Position gut. Nicht dass wir schneller wurden, aber wir bauten dank dem vernünftigen Start weniger ab als die meisten anderen Läufer. Dank abwechselnder Führungsarbeit stiessen wir zwei Runden vor Schluss bis auf den 60. Rang vor. Leider konnte ich ab dort Marco nicht mehr ganz folgen. Schlussendlich lief er als 50. und ich als 57. ein. Unsere Endzeiten für die 9940 Meter lange Strecke betrugen 30:05 resp. 30:28 Minuten. Die gesamte Rangliste kann unter diesem Link angeschaut werden. Das harte Rennen und die ungewohnten Dezember-Temperaturen schienen allen Läufern zu schaffen zu machen. Wie tote Fliegen und mit hochrotem Kopf lagen, sassen oder sich an den Betreuer haltend standen sie im Zielbereich. Bei der Closing-Party schien es aber allen wieder gut (oder zu gut) zu gehen. ;-) An dieser Stelle möchte ich meinen Schweizer Teamkollegen/innen zu ihren tollen Resultaten gratulieren und mich bei unseren Betreuern vor Ort herzlich bedanken.

Mittlerweile bin ich wieder wohlauf in der Schweiz gelandet und motiviert, den nicht mehr allzu grossen Abstand zum europäischen Mittelfeld im nächsten Jahr wettzumachen. Deshalb werde ich auch dieses Jahr wieder fast den ganzen Januar im Trainingslager im kenianischen Hochland verbringen. Einen Tag vor der Abreise werde ich aber noch versuchen, das UBS Cross Düdingen erstmals zu gewinnen. Nun wünsche ich euch allen eine schöne Weihnachtszeit und bereits jetzt einen guten Rutsch in ein hoffentlich spannendes neues Jahr!

Für weitere Impressionen einfach das untere Bild öffnen und nach rechts klicken:


30.11.2016

Cross-EM, ich komme!

Gestern tagte die Selektionskommission von Swiss Athletics und gab anschliessend das Aufgebot für die Cross-Europameisterschaften vom 11. Dezember in Chia (Sardinien) bekannt. Es freut mich sehr, dass ich einen positiven Entscheid erhielt. Somit werde ich zusammen mit 15 weiteren Schweizer Läufer/innen an diesem letzten europäischen Grossanlass in diesem Jahr teilnehmen. Alle wichtigen Informationen wie Startlisten, Streckenpläne, Startzeiten etc. findet man unter folgendem Link.

Die Selektion verdiente ich mir mit zwei soliden Leistungen an den beiden Qualifikationsläufen in Mol/BEL und Tilburg/NED. Während in Belgien vor gut drei Wochen die Konkurrenz noch einigermassen überschaubar war, ging es letztes Wochenende am Warandecross in Holland so richtig zur Sache. Ein Grossteil der europäischen Eliteläufer stand am Start und wollte sich für die Cross-EM empfehlen. Weit über 100 Athleten wurden gleichzeitig auf die Strecke geschickt, was zu entsprechendem Gerangel auf der Startrunde führte. Etwa nach einem Drittel des Rennens beruhigte sich das Geschehen langsam, und ich fand in einer starken Gruppe Unterschlupf. Jedoch nach zwei Renndritteln musste ich merken, dass sich meine Energiereserven ein bisschen zu schnell dem Ende zu neigen. Während andere Läufer aus meiner Gruppe weiter nach vorne liefen, musste ich versuchen meine Position zu halten. Dies gelang mir halbwegs, und mit letzten Kräften rettete ich mich über die Ziellinie. Anfangs ziemlich enttäuscht über den ernüchternden 49. Rang stellte sich ein wenig später heraus, dass meine Zeit von 31:24 auf dieser 10-Kilometer-Strecke in den letzten Jahren zu weit bessern Platzierungen geführt hätte. Zudem hielt sich der Abstand mit knapp 1:30 Minuten auf die Spitze in Grenzen. Und zu einer Platzierung in den Top 30 fehlten mir lediglich 25 Sekunden.

Was ist nun die Schlussfolgerung daraus für die anstehenden Europameisterschaften? Es zählt jede Sekunde!


21.11.2016

Presseschau Corrida Bulloise

Freiburger Nachrichten: Der Heitenrieder Andreas Kempf (TSV Düdingen) lief im stark besetzten Rennen als erster Freiburger auf den 14. Rang: «Die ersten zwei Runden waren extrem schnell. Ich ging das Rennen wohl wie die meisten etwas zu schnell an. Aber es lief mir dann sehr gut. Ich konnte am Ende noch zwei Läufer überholen. Das heutige Rennen war ein Test für den Qualifikationslauf für die Cross-EM.» Kommenden Sonntag startet Kempf in Tilburg, wo er seinen 16. Rang vom kürzlichen Quali-Lauf bestätigen muss, um an die Europameisterschaft fahren zu können.

La Liberté: Frustré par un Morat-Fribourg en deçà de ses espérances, Andreas Kempf a retrozvé le sourire – même s’il ne l’a jamais vraiment perdu – samedi à Bulle. Poing serré sur la ligne d’arrivée, le Singinois, n’a pas boudé son plaisir. «J’étais vraiment content d’avoir pu accélérer sur les 100 derniers mètres et devancer notamment Kurui Dickson (troisième l’an passé, ndlr), Sullivan Brunet et Ahmed El Jaddar.», savoure-t-il. Quatorzième du classement final (24’26), le champion d’Europe par équipes de semi-marathon a pulvérisé son ancien meilleur chrono bullois (24’52 en 2012). De quoi lui donner une bonne dose de confiance avant de se rendre aux Pays-Bas, à Tilburg, la semaine prochaine, où il tentera d’arracher son billet pour les championnats d’Europe de cross en Sardaigne, à Chia (11 décembre).

Quelle Fotos: Hugo Rey und privat


18.11.2016

Swiss Athletics Team des Jahres

Bei der 1. Swiss Athletics Night heute Abend in "Das Zelt" in Luzern wurden meine Halbmarathon-EM-Teamkollegen und ich zum Team des Jahres gewählt. Wir freuten uns sehr über diese Auszeichnung und genossen den gelungenen Event. Nun geht es für mich aber ab ins Bett, damit ich morgen in Bulle ausgeruht an der Startlinie stehen kann.

Für die ganze Bildstrecke (Quelle: athletix.ch) einfach das untere Foto öffnen und nach rechts klicken:


18.11.2016

Test zwischen zwei Cross-Rennen

Andreas Kempf ist am Samstag der ambitionierteste Freiburger an der Corrida in Bulle. Zwischen zwei Selektionsrennen für die Cross-EM ist sie für den Heitenrieder ein Test.

Das Aushängeschild der 41. Corrida von morgen Samstag ist gewiss Tadesse Abraham. Der Schweizer Halbmarathon-Europameister und aktuelle Murtenlauf-Sieger startet in Bulle als Titelverteidiger. Die grösste Konkurrenz droht Abraham von den afrikanischen Läufern.

Im Elite-Feld der Männer finden sich mit Erich Huber, Laurent Schaller, Jari Piller oder Andreas Kempf auch einige Freiburger Läufer. Letztgenannter ist zweifelsohne der ambitionierteste. «Das Feld ist extrem gut besetzt, die Konkurrenz happig. Ich werde mich deshalb auf die Schweizer Konkurrenz konzentrieren und versuchen, einen Kilometerschnitt von 3:05 Minuten oder sogar ein bisschen schneller zu laufen», sagt der Heitenrieder, der die Corrida, soweit sie in seinen Trainingsplan passt, immer gerne läuft. Für Kempf stellt der Lauf in Bulle in diesem Jahr zudem ein guter Test und ein hartes Training zwischen zwei Selektionsläufen für die Cross-EM in Chia (ITA) vom Dezember dar.

Vorletztes Wochenende lief er beim Cross in Mol (BEL) auf den 16. Rang. «Es war sicher gut, dass ich der beste der drei Schweizer Elite-Läufer war. Rang und Zeit sind sekundär, wichtig für die Selektionskommission ist der Abstand zur internationalen Spitze», erklärt Kempf, der am 27. November in Tilburg (HOL) das zweite Selektionsrennen bestreiten wird. «Der Nationaltrainer war mit meiner Leistung in Mol zufrieden. Kann ich die bestätigen, sollte es für mich reichen.»

Text: Freiburger Nachrichten vom 18.11.2016

Foto: Die Strecke beim Cross in Mol/BEL führte je etwa zur Hälfte über Sand und Waldboden.