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06.10.2015

Military World Games Part 1

Die Reise nach Südkorea an die Military World Games dauerte von der WG im Liebefeld bis nach Goesan in die Athletenunterkunft rund 27 Stunden. Da wir mit Emirates von Zürich via Dubai nach Seoul zwei Mal mit einem A380 fliegen konnten, waren die Flüge relativ angenehm. Trotzdem war ich natürlich nach so einer Reise ziemlich auf den Felgen und froh, endlich einige Stunden in der Horizontalen liegen zu können.

Die Unterkunft hier in Goesan ist das grösste von drei Athletendörfern und bietet in sechs Häusern rund 4300 Personen Platz. Das Zimmer, welches ich mit den anderen neun Schweizer Leichtathleten teile, ist ganz in Ordnung und hat ein grosses Fenster mit einem nicht allzu dichten Rollladen. Damit ich in der Nacht ungestört schlafen kann, möchte ich meine Ohropax und meine Schlafbrille nicht missen. Die sanitären Einrichtungen wie Toiletten, Duschen und Waschmaschinen befinden sich im gleichen Gang wie unser Zimmer. Des Weiteren bietet das Athletendorf so ziemlich alles, was ein richtiges Dorf auch hat: Bank, Post, Apotheke, kleiner Einkaufsladen, Fitnesscenter, Religiöse Einrichtungen, Kino, PC-Räume und überall Wifi. Am beeindruckendsten finde ich jedoch die riesige „Dinning Hall“, in welcher alle Nationalitäten zusammenkommen und von 6:00 - 10:00 Uhr Morgenessen, 11:00 – 16:00 Uhr Mittagessen und 17:00 – 24:00 Uhr Abendessen können. Am Buffet gibt es so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Da fällt es manchmal schwer den Überblick zu behalten und sich zu entscheiden.

Sollte man den Überblick einmal wirklich verloren haben oder sonst irgendeine Frage auftauchen, helfen die südkoreanischen Volunteers weiter. Sie sind überall anzutreffen (meistens scharenweise), stets gut gelaunt und manchmal fast übertrieben freundlich. Mit Englisch und ein bisschen mit Händen und Füssen kann man sich sehr gut mit ihnen verständigen. Schwierig wird es nur, wenn sie etwas entscheiden müssen, das ihre Kompetenz überschreitet, oder wenn man bei der Zutrittskontrolle ins Athletendorf Essen (auch Waffen oder Drogen würden ein Problem darstellen) dabei hat. Zudem machen sie mir nicht einen sehr stressresistenten Eindruck.

Allgemein ist die Stimmung unter den Athleten und Funktionären verschiedenster Herkunft ausgesprochen gut und friedlich. Da geraten sich weder der 150 Kilogramm schwere chinesische Boxtrainer und der dünne amerikanische Rennvelofahrer, noch der kleine palästinensische Fallschirmspringer und der grosse syrische Hochspringer in die Haare. Das Motto der Games „Friendship together, peace forever“ wurde insbesondere an der imposanten Eröffnungsfeier bereits stark gelebt. Neben lokaler Prominenz wohnten unter anderem die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye und der Chef der Schweizer Armee André Blattmann, welcher anschliessend noch kurz das Gespräch mit uns suchte, im Stadion der Feier bei.

Zusammenfassend macht es einfach extrem Spass hier zu sein. Vielen Dank an die Schweizer Armee, die mir diese Erfahrung ermöglicht. Ich fühle mich ein wenig wie an einer kleineren Version der Olympiade und bin schwer beeindruckt von der Organisation dieses Anlasses. Beinahe alles funktioniert einwandfrei. Von den Mahlzeiten über die tadellose Internetverbindung bis zu den 45-minütigen Transporten in Bussen mit kitschigem Interieur zwischen dem Athletendorf und den Sportstätten.

Das Leichtathletikstadion KAFAC Sports Complex wurde für die Military World Games neu gebaut, bietet 10‘000 Zuschauern Platz und ist auch der Austragungsort für die Eröffnungs- und Schlussfeier. Das Stadion ist Teil einer gigantischen Sportanlage im Grünen, ein wenig abseits der Stadt Mungyeong. Morgen Dienstag um 10:20 Uhr Ortszeit (03:20 Uhr Mitteleuropäische Zeit) werde ich dort im zweiten Vorlauf über die 5000 Meter ins Wettkampfgeschehen eingreifen und versuchen, mich für den Final am Donnerstag zu qualifizieren. Es kommen die fünf Ersten sowie die fünf Zeitschnellsten in den Final. Drückt mir die Daumen und allgemein: Hopp Schwiiz!

Einige fotografische Eindrücke von den ersten Tagen in Südkorea gibt es zu sehen, wenn ihr wie immer das Foto unten öffnet und nach rechts klickt.

Quelle Fotos: CISM Schweiz, athletix.ch und privat
Veranstalter-Webseite
Live-Resultate
Live-Stream


05.10.2015

Military World Games Part 2

Die Finalqualifikation ist geschafft! :-) Da nach dem ersten Vorlauf klar war, dass eine Zeit unter 14:45 und mindestens Rang 9 in meiner Serie für den Finaleinzug reichen, musste ich nicht ganz ans Limit. Trotzdem wurde meine Beinmuskulatur, insbesondere meine Waden, durch den harten Mondobelag stark beansprucht. Nun steht die Erholung mit Kühlung durch Eis, leichter Massage, lockerem Joggen, gutem Essen und viel Schlaf im Vordergrund. Der Final findet am Donnerstag, 08.10.2015 um 15:25 Uhr Ortszeit (08:25 Uhr Mitteleuropäische Zeit) statt.

Quelle Fotos:athletix.ch


15.09.2015

BigFriends-Läufer-WG

Mit Freude darf ich verkünden, dass die Wohngemeinschaft, die ich mit den beiden Laufkollegen Adrian Lehmann und Christopher Gmür im Liebefeld teile, neu den Titel BigFriends-Läufer-WG trägt (Facebook-Seite zu liken lohnt sich)! Zudem rüstet mich das tolle Team von BigFriends mit Asics-Produkten aus und steht mir mit den Läden in Thun und Tafers sowie dem neuen Shop an der Münstergasse 14 in Bern (ehemaliger Standort von Ryffel Running) vor Ort mit Rat und Tat zur Seite. An dieser Stelle möchte ich es nicht unterlassen, Hugo Raemy und dem ganzen Mahu-Team für die Unterstützung in den letzten Jahren ganz herzlich zu danken.

Nun heisst es für mich noch den letzten Schliff für die Military World Games zu holen. Melde mich wieder mit News aus Südkorea, euer Andreas


14.09.2015

Regensdorf, Interlaken und Aarberg

Nach der Enttäuschung an den Schweizer Meisterschaften benötigte ich einige lockerere Tage, bis ich mich mit neuem Elan in die Vorbereitung für die Military World Games stürzen konnte. Um dem Körper zu zeigen, dass die Saison noch nicht vorbei ist, lief ich vor dem Trainingsblock in Regensdorf nochmals über die 1500 Meter. Bis 200 Meter vor Schluss war ich vorne dabei und sogar auf PB-Kurs – dann war aber die Laktattoleranz meiner Beinmuskulatur erreicht. Spass hat es trotzdem gemacht! Anschliessend wurde ein knapper Monat nur noch trainiert, bis ich in Interlaken an der Jungfrau-Meile wieder an einer Startlinie stand. Noch müde und ein wenig überfordert mit der schnellen Pace (2:42/km) beendete ich die 1609 Meter unter den Erwartungen. Zwei Tage später am Aarbärger Stedtlilouf zeigte sich jedoch, dass der Fahrplan für Südkorea stimmt. Mit einem Kilometerschnitt von 2:59 über 5,75 Kilometern gewann ich in neuer Streckenrekordzeit! Den Bericht dazu aus dem Bieler Tagblatt:

Andreas Kempf (TSV Düdingen) hat am Aarberger Stedtlilouf den neun Jahre alten Streckenrekord auf 17:12.36 gesenkt und sich damit den Sieg geholt. Insgesamt haben 568 Läufer und Läuferinnen teilgenommen. Die bisherige Marke hielt der Aarberger Christoph Balmer in 17:41,25 für die 5750 Meter lange Stecke. Der 26-jährige Heitenrieder, letzten Monat in Zug Zweiter an den Schweizer Meisterschaften in Zug über 5000 Meter, wollte diesen Rekord knacken. «Mit einem zügigen Lauf sollte dieses Ziel erreichbar sein, zumal Trainer Erwin Grossrieder für Sonntag eine schnelle Einheit vorgesehen hatte», so Kempf nach dem Zieleinlauf. Denn es gelte, die Form für die Military World Games anfangs Oktober in Südkorea zu konservieren. «Es ist eigentlich unüblich, dass Langstreckler eine derart lange Saison haben und im Oktober noch auf der Bahn starten. Aber ich freue mich auf diesen Start in Südkorea.» Er wollte hier etwas nachholen, was ihm an den Schweizer Meisterschaften anfangs August in Zug nicht gelang: «Für den 5000er an den nationalen Meisterschaften hatte ich mir eine Taktik zugrunde gelegt, die mir eigentlich eine Titelverteidigung möglich gemacht hätte, zumal Jan Hochstrasser anderthalb Stunden nach seinem Erfolg über 1500 Meter nicht mehr so spritzig sein mochte. Dennoch verlor ich im Endkampf und wurde in Zug Zweiter. Das ärgert mich noch heute.» Denn bereits 2013 wurde Kempf in Luzern Zweiter hinter Engelhardt, ehe er 2014 in Frauenfeld Meister wurde.

Quelle Fotos: athletix.ch und Christian Friedrich


10.08.2015

Leider Gold verloren und nicht Silber gewonnen

Gold über die 5000 m, dieses Ziel hatte sich Andreas Kempf gesetzt. In 14:30,68 Minuten musste der Titelverteidiger des TSV Düdingen jedoch mit Silber–wie schon 2013–vorlieb nehmen. Geschlagen wurde er am Samstag einzig von Jan Hochstrasser, der zuvor bereits den Titel über die 1500 m geholt hatte. «In diesem Rennen musste er nicht ans Limit, das wurde mir zum Verhängnis», sagt ein enttäuschter Kempf. Sein Vereinskollege Laurent Schaller hatte das Rennen die ersten beiden Kilometer angeführt, damit es nicht allzu taktisch wurde. «Das Problem war, dass ich nicht die Führung übernehmen wollte, als Laurent rausging.» Er habe sich nicht zugetraut, das Tempo bis ins Ziel zu machen. Deshalb brach der Rhythmus ein, und Hochstrasser konnte in der letzten Runde aufschliessen. «Da machst du dir Gedanken und sagst dir, dass du ihn nicht niedersprinten kannst.» Nicht nur der Körper, auch der Kopf habe in diesem Moment aufgegeben. «Im Nachhinein kann man immer über die Taktik diskutieren. Ändern daran kann ich nichts mehr.» Es gebe nun zwei Möglichkeiten, so Kempf: «Entweder zieht dich die Enttäuschung runter, oder du trainierst noch härter. Genau das werde ich probieren.» Nächstes Ziel des Freiburgers sind nun die Military World Games in Südkorea im Oktober.

Quelle Text: Freiburger Nachrichten
Quelle Fotos: deinsportmoment.ch
Videozusammenfassung (ab 13:12)