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18.11.2016

Test zwischen zwei Cross-Rennen

Andreas Kempf ist am Samstag der ambitionierteste Freiburger an der Corrida in Bulle. Zwischen zwei Selektionsrennen für die Cross-EM ist sie für den Heitenrieder ein Test.

Das Aushängeschild der 41. Corrida von morgen Samstag ist gewiss Tadesse Abraham. Der Schweizer Halbmarathon-Europameister und aktuelle Murtenlauf-Sieger startet in Bulle als Titelverteidiger. Die grösste Konkurrenz droht Abraham von den afrikanischen Läufern.

Im Elite-Feld der Männer finden sich mit Erich Huber, Laurent Schaller, Jari Piller oder Andreas Kempf auch einige Freiburger Läufer. Letztgenannter ist zweifelsohne der ambitionierteste. «Das Feld ist extrem gut besetzt, die Konkurrenz happig. Ich werde mich deshalb auf die Schweizer Konkurrenz konzentrieren und versuchen, einen Kilometerschnitt von 3:05 Minuten oder sogar ein bisschen schneller zu laufen», sagt der Heitenrieder, der die Corrida, soweit sie in seinen Trainingsplan passt, immer gerne läuft. Für Kempf stellt der Lauf in Bulle in diesem Jahr zudem ein guter Test und ein hartes Training zwischen zwei Selektionsläufen für die Cross-EM in Chia (ITA) vom Dezember dar.

Vorletztes Wochenende lief er beim Cross in Mol (BEL) auf den 16. Rang. «Es war sicher gut, dass ich der beste der drei Schweizer Elite-Läufer war. Rang und Zeit sind sekundär, wichtig für die Selektionskommission ist der Abstand zur internationalen Spitze», erklärt Kempf, der am 27. November in Tilburg (HOL) das zweite Selektionsrennen bestreiten wird. «Der Nationaltrainer war mit meiner Leistung in Mol zufrieden. Kann ich die bestätigen, sollte es für mich reichen.»

Text: Freiburger Nachrichten vom 18.11.2016

Foto: Die Strecke beim Cross in Mol/BEL führte je etwa zur Hälfte über Sand und Waldboden.


31.10.2016

Gelungene Cross-Vorbereitung in Tenero

Nach der nicht ganz zufriedenstellenden Leistung am Murtenlauf kehrte ich noch für eine halbe Woche zurück nach Magglingen, um den Block im Höhenzimmer abzuschliessen. Anschliessend trainierte ich zwei Wochen in Bern und Düdingen, bevor es für zehn Tage ins Centro Sportivo di Tenero (CST) ging. In einer tollen Gruppe, bei bester Betreuung und in der zweiten Hälfte sogar mit viel Sonne, konnte ich alle Trainings im Tessin wie geplant und mit einem guten Gefühl absolvieren.

Nun steigt die Vorfreude auf die beiden Cross-EM-Qualifikationsläufe in Mol (06.11.) und Tilburg/NED (27.11.). Dazwischen werde ich am 19.11. auch an der Corrida Bulloise am Start stehen und mich mit den einheimischen Strassenläufern messen. Auf geht’s in einen wettkampfreichen November!

Hier einige Impressionen aus Tenero:


03.10.2016

«Es war ein Geknorze»

Sein dreiwöchiger Aufenthalt im Höhenzimmer in Magglingen schlug sich für Andreas Kempf nicht unmittelbar nieder. Er wurde zwar bester Freiburger am Murtenlauf, die Leistung war aber durchwachsen.

Einen Top-10-Platz oder gar eine Rangierung unter den besten sechs, wenn es denn aussergewöhnlich laufen sollte, hatte sich Andreas Kempf für seine zweite Teilnahme am Murtenlauf erhofft. Am Ende blieb dem Heitenrieder Rang 12, nachdem er bei seiner Premiere 2014 noch Elfter geworden war. Mit der Zeit von 57:38 blieb er dafür um 13 Sekunden unter seiner damaligen Zeit. «Ich hatte von Beginn weg schwere Beine, und in den Steigungen fehlte es an der Kraft», gab der 28-Jährige im Ziel zu Protokoll. Kempf hatte die Spitze um den späteren Sieger Tadesse Abraham schon früh ziehen lassen müssen und kam deshalb zum Fazit: «Es war ein Geknorze.»

Er habe bereits die Tage vor dem Murtenlauf im Training nicht die besten Beine gehabt und sei nicht mit einem guten Gefühl von Magglingen angereist. Dort hatte der Halb-Marathon-Goldmedaillengewinner mit dem Team an der EM in Amsterdam die vergangenen drei Wochen im Höhenzimmer verbracht. In diesem wird der Sauerstoffgehalt reduziert und so künstlich eine Atmosphäre wie in den Bergen simuliert. Durch die daraus resultierende Erhöhung der roten Blutkörperchen versprechen sich die Läufer eine grössere Leistungsfähigkeit. Ob der Test mit seiner gestrigen Vorstellung gescheitert sei, wollte er noch nicht beurteilen. «Vielleicht war ich auch nur ein wenig müde, weil ich die letzten Tage viel trainiert habe.» Bis Freitag kehrt er nun ins Höhenzimmer zurück, ehe es ins Tessin in ein Trainingslager geht. Dort bereitet er sich auf die Qualifikation für die Cross-EM vor. «Auf die misslungene Generalprobe folgt hoffentlich eine erfolgreiche Premiere», so Kempf.

Quelle Text: Freiburger Nachrichten vom 03.10.2016

Quelle Fotos:
La Liberté / Vincent Murith
Athle.ch / Daniel Mitchell


30.09.2016

Schnelle Beine dank dünner Luft

Seit knapp drei Wochen schläft Andreas Kempf im Höhenzimmer in Magglingen. Durch den reduzierten Sauerstoffgehalt steigert sich die Leistungsfähigkeit. Das soll dem Freiburger beim Murtenlauf Beine machen.

Das Nutzen der Höhenluft ist nichts Neues. Bereits im antiken Griechenland wurden Kranke in die Berge geschickt, um sich zu erholen. Heute ist das Höhentraining fester Bestandteil im Trainingsprogramm von Ausdauersportlern. Durch den reduzierten Luftdruck in der Höhe gelangt weniger Sauerstoff ins Blut, die Muskulatur wird mit Sauerstoff unterversorgt. Dies veranlasst den Körper, gegenzusteuern und mehr rote Blutkörperchen zu bilden, was sich wiederum leistungssteigernd auswirkt. Während beispielsweise die Spitzenläufer aus Kenia, die in ihrer Heimat stets in der Höhe trainieren, langfristig von diesem Effekt profitieren, verpufft die Wirkung eines temporären Höhentrainingslagers. Auch zahlreiche Schweizer Ausdauersportler nutzen das Höhentraining deshalb als unmittelbare Vorbereitung auf wichtige Wettkämpfe. Das nationale Sportzentrum in Magglingen bietet den Athleten seit Jahren eine Alternative für Trainingscamps in St. Moritz und ähnlichen Gefilden – das Höhenzimmer. In diesem saugen zwei ausserhalb installierte Generatoren Luft an, entziehen ihr Sauerstoff und pumpen sie anschliessend in den Raum. Die Zusammensetzung der Atemluft wird so verändert, dass der Sportler virtuell auf 2500 bis 2600 Metern über Meer lebt.

Bis zu zwölf Stunden pro Tag
Als Vorbereitung für den Murtenlauf vom Sonntag übernachtet seit fast drei Wochen der Freiburger EM-Halbmarathon-Teilnehmer Andreas Kempf im Magglinger Höhenzimmer. «Wenn ich nicht gerade zum Arbeiten in Bern bin (Red.: eine 40-Prozent-Stelle beim Lauf-Shop Big Friends in der Altstadt) verbringe ich auch durch den Tag ein paar Stunden im Zimmer.» Um einen guten Effekt zu erzielen, sei ein Schnitt von zehn bis zwölf Stunden erforderlich, erklärt der 28-Jährige. Als Faustregel gilt, dass die Leistungsfähigkeit unmittelbar nach dem Aufenthalt im Höhenzimmer oder dann aber nach zwei bis drei Wochen am grössten ist, ehe sie wieder abnimmt. «Mit dem Murtenlauf teste ich die erste Variante», sagt Kempf, für den der Aufenthalt im Höhenzimmer eine Premiere ist. Die ersten Tage habe es sich teilweise noch komisch angefühlt. «Insbesondere gegen den Morgen war mein Schlaf unruhig. Und ich trank zunächst noch zu wenig und hatte als Folge davon leichte Kopfschmerzen.» Inzwischen merke er aber keinen Unterschied mehr. Einmal am Tag müsse er das Zimmer lüften. «Das mache ich immer dann, bevor ich für einige Stunden ausserhalb bin. Denn es dauert vier bis fünf Stunden, bis die Höhe wieder erreicht ist.»

Ermöglicht hat dem Heitenrieder den Aufenthalt im Höhenzimmer sein Nationaltrainer, der teils beim Bundesamt für Sport in Magglingen arbeitet. «Bezahlen muss ich es allerdings selber, beziehungsweise mein Club und die Sponsoren sowie teils mit der Startgage des Murtenlaufs.» Kostenmässig sei der Aufwand jedoch nicht grösser, als wenn er in einer Unterkunft des Sportzentrums in Magglingen übernachten würde.

«Live high – train low»
Dank dem Spezialzimmer trainierte Kempf in den letzten Wochen nach der etablierten Höhentrainingsmethode «live high – train low». «Dadurch hat man auf der einen Seite den Effekt der Höhe, kann aber auf der anderen Seite auch von der höheren Qualität des Trainings im Flachland profitieren», hält der Läufer fest. Anders als in den Bergen müsse das Training nicht angepasst werden, und auch der Pulswert bleibe in denselben Bereichen wie sonst.

Das war Ende Juni vor den Schweizer Meisterschaften über die 10 000 Meter noch anders gewesen, als er sich in St. Moritz auf den Wettkampf vorbereitet hatte. «Abgesehen davon, dass ich an Eisenmangel litt, konnte ich mich damals vom Trainingslager nur schlecht erholen.» Das Resultat für Kempf war in Thun ein nicht zufriedenstellender fünfter Rang. «Deshalb bin ich gespannt, wie es nun beim Murtenlauf gehen wird.» Dieses Rennen sei aber nur ein Ziel, das er mit der simulierten Höhenluft verfolgt. «Ein anderes ist die Qualifikation für die Cross-EM. Ende Oktober werde ich in Tenero an einem Trainingslager von Swiss Athletics teilnehmen. Nach dem Murtenlauf bleibe ich noch einige Tage im Zimmer und hoffe, im Tessin Nutzen daraus ziehen zu können, indem ich hart trainieren kann. Und schliesslich geht es darum, herauszufinden, wie mein Körper darauf reagiert und wann er am leistungsfähigsten ist, um so Erkenntnisse für zukünftige Zielwettkämpfe zu gewinnen.»

Top 10 das Ziel
Zunächst aber gilt es für Andreas Kempf am Sonntag beim Murtenlauf ernst. Vor zwei Jahren nahm der ehemalige Schweizer Meister über 5000 Meter am Gedenklauf erstmals teil und wurde in 57:50 Minuten Elfter. «Ich habe mir die Startliste angeschaut. Ich strebe einen Platz in den Top 10 an, wenn es ausserordentlich läuft gar die Top 6», formuliert Kempf sein Rangziel. «Zeitmässig orientiere ich mich an der Leistung von vor zwei Jahren. Wenn möglich, will ich unter 57 Minuten laufen.»

Quelle Text: Freiburger Nachrichten vom 30.09.2016

Vorschau auf La Télé


09.09.2016

Kurzer Zwischenstopp in Interlaken und dann...

Ich trainiere wieder - doch wofür eigentlich? Es müssen neue Ziele her! Die Europameisterschaften in Amsterdam haben definitiv Lust auf mehr gemacht. Zudem möchte ich in Zukunft beweisen, dass ich durchaus in der Lage bin am Saisonhöhepunkt mein Leistungsvermögen abzurufen. Da ich dieses Jahr verhältnismässig früh meine Saisonpause eingelegt habe, bleibt nun endlich einmal genügend Zeit die jährlich Mitte Dezember stattfindende Cross Europameisterschaft vorzubereiten. Dazu muss ich im November die beiden Crossläufe in Mol/BEL und in Tilburg/NED als Selektionswettkämpfe bestreiten. Zudem werde ich Ende Oktober am Vorbereitungslager von Swiss Athletics in Tenero teilnehmen. Doch bis dahin werde ich nicht stillsitzen und Däumchen drehen, sondern mich gezielt in einem dreiwöchigen Aufenthalt in einem Höhenzimmer in Magglingen auf den Murtenlauf und die heisse Phase der Cross-EM-Qualifikation vorbereiten. Doch dazu in einem nächsten Beitrag mehr!

Zwei Tage bevor ich vorübergehend nach Magglingen umziehe, lief ich schon fast traditionsgemäss im Vorfeld des Jungfrau-Marathons die Jungfrau-Meile. Ohne anaerob-laktazide Trainings in den Beinen hielt sich jedoch der Spass gegen die Mittelstreckler über 1609 Meter in Grenzen.

Quelle Foto: alphafoto.com