News

02.03.2017

Cross Country – nicht nur im Langlauf oder Mountainbike

In drei Tagen ist es soweit. Am Sonntag finden im Spiegel bei Bern die Schweizer Cross-Meisterschaften statt. Vielleicht fragen Sie sich nun, was genau ist Cross? Und weshalb schreibt ein Läufer über Cross Country? Den Begriff bringt man doch eher mit Langlauf (engl. cross-country skiing) in Verbindung, wo aktuell gerade die Weltmeisterschaften im finnischen Lahti ausgetragen werden. Oder eventuell kennen Sie den Ausdruck vom Mountainbike, denn dort wird die offizielle olympische Disziplin Cross Country genannt.

Nun, Cross Country wird gemeinhin mit querfeldein oder Gelände übersetzt. Und cross country run bedeutet demnach Querfeldeinlauf, was gemäss Duden ein Langstreckenlauf durch unbefestigtes Gelände ist. Durchgesetzt hat sich jedoch im deutschsprachigen Raum die Bezeichnung Crosslauf. Diese Laufdisziplin war von 1912 bis 1924 sogar olympisch und ist es als Teil des Modernen Fünfkampfs bis heute noch. Crossläufe werden in Europa meistens in den Wintermonaten, parallel zur Hallen-Leichtathletiksaison, auf einer Wiese oder in einem Wald durchgeführt. Die Streckenlänge beträgt bei internationalen Rennen für die Frauen normalerweise sechs bis acht Kilometer, während sich die Männer über zehn bis zwölf Kilometer messen dürfen.

Den Organisatoren und den Zuschauern zuliebe werden die Wettkämpfe häufig auf einer 500 bis 2000 Meter langen Runde, welche nicht selten kleine Hindernisse wie Baumstämme, Strohballen oder kleine Hügel beinhaltet, ausgetragen. Der Untergrund bedingt meistens das Tragen von Nagelschuhen (sogenannten Spikes), um einen besseren Halt zu haben. Die Länge dieser Nägel, die von Hand ausgewechselt werden können, variiert dabei zwischen 9 und 18 Millimetern. Zum Vergleich: Auf einer Tartanbahn wird mit nur 6 Millimeter langen Spikes gelaufen.

Es gibt jährlich offizielle Cross Europa- und Weltmeisterschaften, die jeweils im Dezember und im März veranstaltet werden. Auch Freiburger Meistertitel werden im Crosslauf vergeben. Diese kantonalen Meisterschaften finden jedes Jahr abwechselnd entweder Anfang Januar im Rahmen des UBS Cross Düdingen oder Mitte Februar beim Cross in Farvagny statt. Neben den Nachwuchs- und Seniorenkategorien gibt es auf kantonaler und nationaler Ebene sogar zwei offizielle Distanzen: den Kurz- und den Langcross.

Wenn Sie also am Sonntagnachmittag an die frische Luft gehen wollen, dann kommen Sie doch an den Fuss des Berner Hausbergs Gurten. Dort können Sie den besten Crossläuferinnen und -läufern des Landes zuschauen, wie sie auf einer Ein-Kilometer-Runde ein bisschen im Dreck herumrennen. Ob ich beim Langcross über zehn Kilometer oder beim Kurzcross über drei Kilometer starten werde, verrate ich noch nicht. Auch ein Doppelstart ist nicht ausgeschlossen!

Publiziert als Gastkolumne in den Freiburger Nachrichten


20.02.2017

Pressestimmen zur Hallen-SM

Freiburger Nachrichten: Der amtierende Team-Europameister Andreas Kempf (TSV Düdingen) kehrte kurz vor den Meisterschaften aus einem einmonatigen Trainingslager in Kenia zurück. Der Freiburger, der das Tempo forciert hatte, musste sich über die 3000 Meter einzig vom favorisierten Luca Noti (STB) geschlagen geben und holte in 8:25,64 Minuten die Silbermedaille.

La Liberté: Autre Fribourgeois prétendant à un titre national. Andreas Kempf a dû se contenter de la deuxième place sur 3000 m. Sa seconde médaille d’argent dans le cadre d’un championnat de Suisse indoor. «J’étais venu pour l’or. Mais en regardant l’écart final, je ne peux pas être déçu», concède l’athlète du TSV Guin. Après avoir dicté le rythme jusqu’à la mi-course, le Singinois n’a pu qu’applaudir le coup d’accélérateur de Luca Noti, vainqueur en 8’15’’74. «La tactique était de durcir les débats d’entrée car je peux difficilement faire la différence sur les derniers tours de par mes qualités de fondeur. Mais Luca s’est accroché.» Relégué à près de dix secondes (8’25’’64), Andreas Kempf peut toutefois se consoler avec son chrono, puisqu’il s’agit ni plus ni moins du record fribourgeois en salle sur 3000 m.


08.02.2017

Kenia 2017: Zahlen und Fakten

Einen Monat Trainingslager in Kenia gehören der Vergangenheit an! Es war eine sehr schöne, teilweise ziemlich harte und vor allem ausserordentlich trainingsintensive Zeit. Folgende Zahlen sind während meinem Aufenthalt vom 09.01. bis am 08.02.2017 in der Läuferhochburg Iten auf 2400 Meter über Meer zusammengekommen:

720 Trainingskilometer, im Durchschnitt rund 23,2 Kilometer pro Tag

114 Runden auf dem Kamariny Track (Länge je nach Quelle 400 bis 408 Metern), der sagenumwobenen Aschenbahn von Iten

53 Trainingseinheiten verteilt auf 31 Tage in Iten

35 vertilgte Bananen (meistens, wenn überhaupt, das Einzige, welches ich vor der ersten Trainingseinheit morgens um 7:00 Uhr zu mir nahm)

26 vertilgte Mangos, welche hier einfach unglaublich schmackhaft und süss sind

25 Grad Celsius, die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur im Januar in Iten

22 Runden auf der Tartanbahn, welche ich nur für eine Trainingseinheit (15x 400 Meter mit 200 Meter Trabpause) nutzte, da der Eintrittspreis stolze KSH 2000.- (ca. CHF 20.-) beträgt

20 Winforce PowerPro Shakes, die ich häufig nach Trainings zur Unterstützung der Regeneration trank

19 Stunden im hoteleigenen Fitnessraum, die ich mit Kräftigungsübungen, der Blackroll und Dehnen verbrachte

14 Personen, mit denen ich gleichzeitig in einem VW-Bus mit 9 Sitzplätzen, einem sogenannten Matatu, sass (das Credo lautet: „A matatu is never full!“)

9,25 Stunden Schlaf durchschnittlich pro Tag inkl. Mittagsschlaf

9 Paar ASICS Laufschuhe, die ich nach Kenia mitnahm

8 Massagen, für welche man preiswerte KSH 1000.- (ca. CHF 10.-) pro Stunde bezahlt

6 gesehene Giraffen bei einem kurzen Abstecher in die Kruger Farm

5 Personen, die ich einmal gleichzeitig auf einem Motorrad sah (3 Personen ist in Kenia keine Seltenheit)

4 Paar ASICS Laufschuhe, die ich nach Hause zurücknahm (der Rest verschenkte ich am Ende des Lagers an das Hotelpersonal, denn Laufschuhe sind nach wie vor eine heiss begehrte Ware in Iten)

3,5 Liter Flüssigkeit, die ich ungefähr pro Tag trank

3,01 Regentage, wobei der Niederschlag ausschliesslich am Abend/in der Nacht kam

3 gelesene Bücher („Wunderläuferland Kenia“, „Harry Potter and the Cursed Child“ und „88 Dinge, die ein Läufer wissen muss“)

2 verpasste Trainingseinheiten aufgrund von Bauchschmerzen (man sollte nicht zu experimentierfreudig sein beim Essen und die Regel „boil it, cook it, peel it or forget it“ befolgen)

1 Grand-Slam-Titel von Roger Federer, welcher ich über dreieinhalb Stunden vor dem Fernseher an der Hotelbar erdulden musste

0 Mal rasiert, da beim stressigen Trainingslageralltag einfach keine Zeit dafür blieb ;-)

Ob mich diese Zahlen schlussendlich zu Medaillen und neuen Bestzeiten führen werden, teste ich unter anderem an den Hallen-, Cross- und 10-Kilometer-Schweizermeisterschaften in den nächsten paar Wochen. Hier findet ihr noch einige Impressionen vom Trainingslager:


23.01.2017

Masterstudium und (vorläufig) zurück auf die Bahn

Mittlerweile sind über zwei Wochen hier in Iten auf 2400 Meter über Meer vergangen. Weil mein Coach und ich kurzfristig entschieden haben, dass ich noch eine Woche zusätzlich im kenianischen Hochland anhänge, stehe ich erst bei Halbzeit des Trainingslagers. Einerseits erhoffen wir uns dadurch einen noch besseren Effekt der Höhe auf meinen Körper, andererseits kann ich so noch eine Woche länger optimal an der Wärme trainieren. Zudem lässt meine neue Lebenssituation eine solche spontane Entscheidung zu. Denn im 2017 bin ich nur noch als Aushilfe auf Stundenlohnbasis bei BigFriends angestellt. Dafür beginne ich im Frühlingssemester ein Masterstudium in Betriebswirtschaft (BWL) mit Vertiefung Management an der Universität Bern.

In Absprache mit meinem Umfeld bin ich zum Schluss gekommen, dass ich nach einigen Jahren als Teilzeitangestellter neben dem Laufsport nicht mehr genügend herausgefordert bin. Des Weiteren möchte ich mit einem Nachfolgestudium meines Bachelor-Diploms in BWL in meine berufliche Zukunft investieren. An dieser Stelle danke ich meinem früheren Arbeitgeber Protekta Rechtsschutzversicherung AG und vor allem meinem nach wie vor aktuellen Arbeitgeber und Sponsor BigFriends recht herzlich für die flexiblen Arbeitsstellen und die Unterstützung.

Kurz zusammengefasst werde ich also die nächsten eineinhalb bis zwei Jahre wieder studieren, nach Möglichkeit in den Sportgeschäften von BigFriends aushelfen und am allerwichtigsten, ich werde versuchen noch mehr Zeit ins Training und in die Erholung zu stecken, um mich sportlich weiterzuentwickeln. Meine Ziele im 2017 sehen folgendermassen aus:

• Medaillengewinn an den Schweizermeisterschaften in der Halle, im Cross und über 10 Kilometer auf der Strasse
• Qualifikation für die Jeux de la Francophonie über 10‘000 Meter auf der Bahn (Limite 30:05)
• Freiburger Rekord über 5000 Meter (13:55,28) unterbieten

Im 2018 will ich mich dann über 5000 oder 10‘000 Meter für die Europameisterschaften in Berlin qualifizieren. Anschliessend wäre die Idee, sofern mein Körper sowie mein Umfeld mitmachen und meine Motivation weiterhin stimmt, das Projekt Marathon in Angriff zu nehmen.

Ihr seht, ich habe auch neben dem Masterstudium läuferisch noch viel vor. Ich bin jedenfalls gespannt, wohin und wie weit mich der sportliche Weg noch führt. Das Training hier in Kenia verläuft zumindest sehr zufriedenstellend und mein Körper ist in bester Verfassung. Die vielen kleinen und feinen Unterschiede zum Trainingsalltag in der Schweiz habe ich letztes Jahr in einem Blog-Beitrag für running.COACH versucht zusammenzufassen.

PS: Da die Upload-Geschwindigkeit der Internetverbindung momentan hier etwa unserem Tempo beim Treppensteigen entspricht, konnte ich nur ein Bild hochladen (dafür ein passendes). ;-)


15.01.2017

Vom weissen Schnee zur roten Erde

Wie im Vorjahr verbringe ich beinahe den ganzen Januar im Höhentrainingslager im Läuferparadies Iten (oder wie es die Einheimischen ganz bescheiden nennen: „Home of Champions“) in Kenia. Das Motto lautet wiederum „train – eat – sleep – repeat“. Es ist sowieso praktisch alles wie letztes Jahr: Die Kenianer empfingen uns überaus nett, das Hotel Kerio View bietet eine angenehme Unterkunft, das Essen schmeckt hervorragend, die Internetverbindung funktioniert einigermassen und die zwei Lauftrainings pro Tag werden am Morgenfrüh und am späteren Nachmittag auf wunderschönen, coupierten Strecken absolviert.

Jedoch heissen meine Trainingspartner dieses Mal ein bisschen anders. Gemeinsam mit meinem Mitbewohner Chrigi Gmür, dem langjährigen Tessiner Weggefährten Adriano Engelhardt und dem Marathon-Schweizermeister Stefan Trummer reiste ich vor einer Woche via Nairobi nach Iten. Dort trafen wir auf die beiden weiteren Schweizer Marathonläufer Michael Ott und Christoph Rüthemann, welche bereits seit Ende Dezember im Kerio View weilen. Leider konnten dieses Jahr Adrian Lehmann und Christian Kreienbühl verletzungshalber nicht mitkommen.

Gemeinsam versuchen wir sechs Schweizer hier im kenianischen Hochland unsere Grundlagenausdauer zu verbessern, und uns somit eine gute Basis für die nächste Saison zu erarbeiten. Wegen der Akklimatisationszeit auf 2400 m ü. M. spulte ich in der ersten Woche fast nur lockere Dauerläufe ab, wobei meine Garmin-Uhr dafür bereits fast 170 Kilometer anzeigt. Immer in kurzen Hosen unterwegs ist es mir hier momentan sicher wohler zum Trainieren als in der tief verschneiten Schweiz.

Ich melde mich wieder nach den ersten härteren Trainingseinheiten und schicke sonnige Grüsse, euer Andreas