News

26.04.2016

Selektion für die EM

Heute erreichte mich die frohe Botschaft, dass Swiss Athletics mich definitiv für den Halbmarathon an den Europameisterschaften in Amsterdam selektioniert hat. Die Pressemitteilung gibt es unter folgendem Link zu lesen.

Vom Berliner Halbmarathon habe ich mich gut erholt und absolvierte am Sensler Frühlingslauf bereits wieder eine erste harte Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. Zusammen mit meinem Mitbewohner Chrigi Gmür konnten wir einen WG-Doppelsieg feiern. Die entsprechenden Fotos findet ihr unten.

Kurz noch zu meinen weiteren Plänen: Bevor es für mich im Juni zur unmittelbaren EM-Vorbereitung nach St. Moritz ins Höhentrainingslager geht, werde ich neben dem Training auch noch einige Rennen bestreiten. Ich freue mich sehr am kommenden Samstag das erste Mal am Luzerner Stadtlauf an der Startlinie zu stehen. Zudem nehme ich endlich wieder einmal am GP Bern teil, allerdings nur beim Altstadt GP. Anschliessend will ich meine Form noch auf der Bahn testen und werde in Karlsruhe an der Runners Track Night (und evtl. am IFAM in Oordegem) meine persönliche Bestleistung über 5000 Meter angreifen. Vielleicht fällt ja nach dem Halbmarathon noch ein weiterer Freiburger Rekord…;-)

PS: Mein anderer Mitbewohner Adrian Lehmann verpasste leider bei winterlichen Bedingungen die Olympia-Limite am Zürich Marathon. Der bewegende Beitrag im Sportpanorama kann hier nachgeschaut werden.


07.04.2016

EM-LIMITE ERFÜLLT!

Letzten Sonntag gelang mir in Berlin ein nahezu perfektes Rennen über die 21,0975 Kilometer. In 65:24 erfüllte ich nicht nur die EM-Limite im Halbmarathon für Amsterdam (65:45), sondern brach auch den Freiburger Rekord aus dem Jahr 1992 von Marius Hasler (65:37).

Es sind mittlerweile einige Tage vergangen, und ich wache immer noch jedes Mal mit einem Lächeln im Gesicht auf. Das Gefühl, wenn ein Rennen exakt so verläuft wie man es sich erträumte, ist einfach unbeschreiblich. Genau um solche Emotionen zu erleben betreibe ich den Laufsport und verzichte auf viele andere Dinge. An dieser Stelle möchte ich meinem gesamten Umfeld, welches z.T. sogar mit nach Berlin reiste, ein riesengrosses Dankeschön aussprechen. Denn ohne das Verständnis und die Unterstützung meiner Familie, Freundin, Trainer, (Trainings-)Kollegen, Arbeitgeber, Sponsoren, Gönner, Verein, Verband, Masseurin, Physiotherapeutin usw. könnte ich den Sport nicht in diesem Ausmass ausüben. Wie die Leistung in Berlin zu Stande kam und was nun auf mich zukommt, fasst folgender Artikel der Freiburger Nachrichten vom 05.04.2016 ausgezeichnet zusammen:

Andreas Kempf hat sein erstes grosses Saisonziel erreicht: Der Sensler Läufer hat am Sonntag in Berlin die Limite für die Europameisterschaften vom Juli in Amsterdam erfüllt. Nebenbei unterbot er noch einen alten Freiburger Rekord.

Gestern genoss Andreas Kempf Berlin noch als Tourist. Das Sightseeing und Shopping hat sich der 27-jährige Läufer des TSV Düdingen redlich verdient, denn am Sonntag hat er den Halbmarathon von Berlin auf Rang 19 beendet. Viel wichtiger als die Klassierung war jedoch die Zeit. Mit 1:05:24 unterbot er die EM-Limite um satte 21 Sekunden. Eine Limite, die er im Februar in Barcelona beim ersten Versuch noch um 40 Sekunden verpasst hatte. Was lief dieses Mal besser? «Ein grosser Unterschied war der Wind. In Barcelona blies uns auf den letzten Kilometern ein starker Westwind entgegen. In Berlin nun hatte ich keinen Gegenwind. Zudem war das Feld deutlich dichter besetzt, ich musste keinen Meter alleine rennen. Das hilft natürlich enorm.»

Locker dank Verletzung
Fast hätte sein Fuss Kempf letzte Woche einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eine Muskelverhärtung, die er bereits vor dem Kerzerslauf leicht spürte und die sich danach schleichend verschlimmerte, machte dem Heitenrieder im Vorfeld des Rennens in Berlin zu schaffen. «Im Nachhinein betrachtet hatte das allerdings wohl sogar einen positiven Einfluss auf mich.» Kempf konnte weniger trainieren als geplant, ging mehrmals in die Physiotherapie, statt normales Jogging setzte er teils auf Aquajogging. «Dadurch bin ich lockerer an den Start gegangen. Durch die vermeintlich nicht ganz so ideale unmittelbare Vorbereitung habe ich mich selbst weniger unter Druck gesetzt.» Im Rennen behinderte ihn die Verletzung nicht. Und auch gestern, am Tag nach dem Rennen, fühlte sich Kempf «erstaunlich gut».

Zwar ist das Erfüllen der Limite nicht automatisch gleichbedeutend mit einer Selektion. Dennoch ist es so gut wie sicher, dass Kempf im August bei den Europameisterschaften in Amsterdam am Start sein wird. Der Schweizer Leichtathletikverband vergibt im Halbmarathon sechs EM-Plätze. Momentan haben genau sechs Läufer die Limite erreicht. Dass bis zum Selektionsstichtag Ende April weitere Läufer die Limite erfüllen werden, ist unwahrscheinlich. Ausserdem hat Kempf mit seinem Effort in Berlin die viertbeste Schweizer Zeit aufgestellt und würde somit nicht als Erster aus dem Team fallen.

Wie seine Vorbereitung bis zum Grossevent in den Niederlanden aussieht, weiss Kempf noch nicht im Detail. «Ehrlich gesagt ging die Planung in den letzten Monaten nie weiter als bis zur Ziellinie in Berlin.» Sicher ist, dass er im Juni vier Wochen nach St. Moritz ins Höhentraining gehen wird, bis rund zwei Wochen vor dem Rennen in Amsterdam. Bei der EM selbst geht es Kempf in erster Linie um Leistungsbestätigung, wie er sagt. Konkrete Ziele in Sachen Rang und Zeit hat er sich noch nicht gesetzt. «Dazu müsste ich das genaue Streckenprofil kennen. Aber ich freue mich bereits auf diese Europameisterschaften. Es geht auch darum, Erfahrungen zu sammeln für zukünftige Grossanlässe.»

Rekord aus dem Jahr 1992
Kempf hat am Sonntag nicht nur die EM-Limite erfüllt, sondern gleichzeitig noch einen sehr alten Freiburger Rekord geknackt. Dieser lag im Semi-Marathon bis am Sonntag bei 1:05:37, aufgestellt von Marius Hasler im Jahr 1992. «Ich hatte den Freiburger Rekord ehrlich gesagt im Hinterkopf», sagt Kempf. «Ich wusste, unterbiete ich die Limite, ist der Rekord ebenfalls nicht weit. Wunderbar, dass es nun für beides geklappt hat.»

Quelle Fotos: larasch.de, MarathonFoto, pebe sport und privat
Veranstalter-Webseite
Bericht von Swiss Athletics
Bericht von athle.ch
Interview auf RadioFr


29.03.2016

Intensive Wochen

Nach meinem Halbmarathon und ein wenig Erholung in Barcelona kamen einige intensive Wochen auf mich zu. Einerseits standen viele und harte Trainingseinheiten, ein Laktatstufentest sowie zwei Testwettkämpfe auf dem Programm, andererseits passierten einige spannende und interessante Dinge neben dem Sportplatz. Hier eine chronologische Auflistung der wichtigsten Ereignisse:

Neuer Arbeitgeber: Per 1. Februar trat ich bei der BigFriends Running GmbH an der Münstergasse 14/Kramgasse 15 in Bern meine neue 40% Stelle als Verkaufsberater an.

ASICS Bremgarter Reusslauf: Zwei Wochen nach Barcelona lief ich ein solides Rennen und klassierte mich hinter dem Äthiopier Fikru Dadi und den beiden Marathonläufern Adrian Lehmann und Michael Ott auf dem 4. Rang.

Laktatstufentest: Bei diesem Test in Magglingen auf dem Laufband anfangs März erzielte ich so gute Werte wie noch nie.

ASICS Frontrunner Kickoff: Für einen Tag wurden alle Schweizer ASICS Frontrunner (Eliteathleten und Markenbotschafter) nach Neuendorf zu Montana Sport, welche die ASICS-Produkte in der Schweiz vertreiben, eingeladen und konnten in die spannende Welt von ASICS eintauchen.

„Free to Run“-Filmabend: Am darauffolgenden Tag veranstaltete BigFriends im Kino Rex in Thun eine Vorpremiere des neuen Lauffilms „Free to Run“, den ich wärmstens auch an Nichtläufer weiterempfehlen kann.

Kerzerslauf: Bestes Wetter, tolle Stimmung, zuvorkommendes OK, harte Strecke und eine durchschnittliche Leistung von mir! Mit den vielen Trainings in den Beinen kam ich nicht so richtig auf Touren, und musste mich mit dem 12. Rang (als 2. Schweizer geschlagen von Julien Lyon) zufrieden geben.

Tapering-Phase für Berlin: Nun ist die letzte Woche vor dem Halbmarathon in Berlin angebrochen, wo es darum geht, sich gut zu erholen (das Training zu reduzieren) und optimal auf den Wettkampf vorzubereiten. Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle in knapp einer Woche von einem erfolgreichen Abschneiden berichten kann.

Quelle der Fotos:
Bremgarter Reusslauf
Stephan Wiesner Fotografie
athletix.ch


24.03.2016

Gastkolumne in den Freiburger Nachrichten


18.02.2016

Über Iten und Berlin nach Amsterdam?

Nach einem Trainingslager in Iten (Kenia) verpasste Andreas Kempf in Barcelona die EM-Limite im Halbmarathon nur knapp. Im April unternimmt der Freiburger in Berlin den nächsten Anlauf, um sich für Amsterdam zu qualifizieren.

2012 lief Andreas Kempf beim Greifenseelauf zum ersten Mal ein Rennen über die Halbmarathondistanz von 21 Kilometern. «Und damals auch nur, weil dieser Lauf zum Post-Cup zählte.» Am vergangenen Sonntag realisierte der 27-Jährige vom TSV Düdingen in Barcelona in 1:06,25 Stunden im zweiten Anlauf sogleich die viertbeste Zeit, die von einem Freiburger Athleten je gestoppt wurde. Die kantonale Bestzeit hält Marius Hasler, seit er 1992 den Halbmarathon in 1:05,37 Stunden gerannt war.

Lange Zeit auf EM-Kurs
«Mit dem Formstand und dem Gefühl, das ich während des Rennens hatte, bin ich sehr zufrieden», sagt Kempf, dessen Freude trotz der guten Vorstellung nicht uneingeschränkt ist. Er verpasste die EM-Limite nur gerade um 40 Sekunden. «Die äusseren Bedingungen in Barcelona waren top, ausser, dass ein Westwind mit 30 km/h blies. Dadurch hatten wir auf den ersten sowie den letzten fünf Kilometern mit Gegenwind zu kämpfen. Gleich nach dem Start konnte ich mich noch in einer Gruppe verstecken, auf den letzten Kilometern musste ich aber alleine laufen. Bis Kilometer 15 war ich noch auf Limitenkurs.» Ein kleiner Trost für ihn war, dass er quasi im Vorbeigehen gleich zwei Freiburger Rekorde, nämlich jene über die Distanzen von 15 und 20 km, auf 47:06 Minuten respektive 1:02,59 Stunden verbessern konnte (siehe FN vom Dienstag). Kempf relativiert aber: «Das hängt damit zusammen, dass in früheren Jahren noch keine offiziell zertifizierten Zwischenzeiten genommen wurden. Ich gehe schwer davon aus, dass Marius Hasler bei seinem Freiburger Rekord im Halbmarathon die besseren Zeiten hatte.»

Dass sich der Schweizer Vizemeister und ehemalige Titelhalter über 5000 m im Halbmarathon versucht, hat einen einfachen Grund. «Die EM-Limite über diese Distanz ist verhältnismässig einfacher zu erreichen, weil es im Halbmarathon, der erstmals im Angebot ist, auch noch eine Teamwertung gibt», erklärt Kempf. «Zudem setzt der europäische Verband die Hürde weniger hoch an als für die Stadiondisziplinen.» Nachdem der Freiburger im Vorjahr die Limite über die 5000 m für die Heim-EM in Zürich verpasst hatte, will er es nun für die kontinentalen Meisterschaften vom Juli in Amsterdam über die längere Distanz versuchen. «Vorläufig ist geplant, am 3. April die Limite in Berlin noch einmal anzugreifen. Sollte aus irgendeinem Grund, wie zum Beispiel wegen Krankheit oder aber auch wegen ungünstigen Wetters, etwas dazwischenkommen, überlege ich es mir, noch einen weiteren Versuch zu unternehmen.» Viel Zeit hat Kempf allerdings nicht. Bereits Ende April geht die Qualifikationsperiode für den Halbmarathon zu Ende. «Falls es mit der EM-Limite nicht klappen sollte, habe ich mir eine gute Ausdauerbasis für die Bahnsaison geschaffen, die erst so Mitte Mai beginnt.»

160 km in der Woche
An seinen Grundlagen hatte Kempf zuletzt mitunter in Kenia gearbeitet. Während dreieinhalb Wochen war der Sensler im Westen des Landes im Läuferparadies Iten, nahe der Stadt Eldoret, im Trainingslager. «Für mich war es eine Premiere. Ich hatte das Glück, dass mein Mitbewohner Adrian Lehmann, aber auch Christian Kreienbühl, Michael Ott und Maja Neuenschwander, die mit dabei waren, alle schon einmal dort gewesen sind, und dass ich somit von ihren Erfahrungen profitieren konnte. Die Zeit in Kenia war extrem bereichernd und spannend.» Rund 160 km lief Kempf bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad pro Woche, üblich sind für ihn 120 bis 130 km. «Laut Lehrbuch sollte man nicht viel mehr trainieren als zu Hause, weil man in der Höhe ist (Red.: 2400 M. ü. M.). Um dem Rechnung zu tragen, war die Intensität etwas tiefer.»

Das in Kenia Erlebte ins Training in die Schweiz zu übertragen, sei aber nicht ganz so einfach. «Hier herrscht der Alltag mit Arbeit», sagt Kempf. Mitgenommen habe er mit Sicherheit ein Stück von der Mentalität der afrikanischen Läufer, die sich durch ein schlechtes Training nicht gleich aus der Ruhe bringen lassen würden. «Und die Motivation fürs Schuften, um besser zu werden.» Auch die Erfahrung mit der Höhe sei wichtig gewesen. «Ich kam zwei Wochen vor dem Start in Barcelona zurück. Das ging recht gut auf, und ich habe mich sehr gut gefühlt.» Das werde ihm helfen, kommende Wettkämpfe vorzubereiten.

Start beim Kerzerslauf
Apropos nächste Wettkämpfe: Für Kempf werden das der Bremgarter Reusslauf (27. Februar) und der Kerzerslauf (19. März) sein. Im Seeland, wo er bisher noch nie über die 15 km gestartet ist, wird der Freiburger ein Wiedersehen mit Konkurrenz aus Afrika feiern können. «Ich werde mich nicht zu fest an den Afrikanern orientieren können», sagt er schmunzelnd. «Mein Ziel wird sein–je nachdem, wer am Start ist–, bester Schweizer zu werden.»

Quelle: Freiburger Nachrichten vom 18.02.2016

Fotos: Halbmarathon in Barcelona