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17.11.2018

Kein Cross und kein «Circuit de courses»

Leider verlief der diesjährige Herbst sportlich nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Nach dem gelungenen Murtenlauf hinderte mich eine hartnäckige Erkältung an einem geregelten Training. Zudem begann ich zu 60% bei der RUAG im Personalmanagement zu arbeiten, was eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigte. Kurz vor der CISM-Cross-WM in Angola hatte ich jedoch das Gefühl, dass ich langsam wieder ein anständiges Niveau im Training erreichte.

Diese Weltmeisterschaften wurden dann ärgerlicherweise abgesagt, als ich bereits vor Ort war. 36 Stunden in Angola sowie zwei von drei Nächten im Flugzeug zu verbringen ging ziemlich an die Substanz. Aus diesem Grund entschied ich mich gemeinsam mit meinem Trainer auf die Cross-EM-Qualifikation sowie auf den neu geschaffenen «Circuit de courses», welcher sich aus den Stadtläufen in Bulle, Genf und Sion zusammensetzt, zu verzichten. Stattdessen steht nun ein sauberer Aufbau für einen schnellen Frühlingsmarathon auf dem Programm.

Zur Abwechslung vom Training werde ich dieses Jahr voraussichtlich noch den Steinhölzlilauf in der unmittelbaren Nachbarschaft sowie das Elite-Ausscheidungsrennen am Zürcher Silvesterlauf bestreiten. Anfangs 2019 sind dann neben dem UBS Cross Düdingen ein Halbmarathon im Ausland sowie die 10 Kilometer SM auf der Strasse in Uster zur Marathonvorbereitung vorgesehen.


10.11.2018

CISM-Cross-WM in Angola abgesagt

Die diesjährigen Militär-Cross-Weltmeisterschaften finden nicht statt. Dies hat der angolanische Militärsport-Verband kurzfristig entschieden. Die Schweizer Delegation erfuhr von der Absage erst vor Ort.

Die CISM-WM im Cross 2018 sollte in der angolanischen Hauptstadt Luanda stattfinden. Der Konjunktiv lässt nichts Gutes erahnen: Die Organisatoren haben tatsächlich erst wenige Stunden vor dem Wettkampf entschieden, diesen platzen zu lassen. Für das Schweizer Team besonders bitter: Es erfuhr erst bei der Ankunft in Angola, dass die lange Reise und deren Vorbereitungen umsonst waren.

Die offizielle Erklärung für die Absage seitens CISM Angola lautet: mangelnde finanzielle Unterstützung vom angolanischen Staat. Angesichts der Ereignisse blieb der Schweizer Mannschaft nichts anderes übrig als nach 36 Stunden wieder die Heimreise anzutreten. Marcel Berni (TV Länggasse), Adriano Engelhardt (US Ascona), Jens-Michael Gossauer (LC Uster), Andreas Kempf (TSV Düdingen), Stefan Lustenberger (LV Horw) und Patrik Wägeli (LC Frauenfeld) wären für die Schweiz an den Start gegangen.

Der nächste Militärsport-Event, den die Schweizer Leichtathleten anvisieren, sind die Weltspiele im kommenden Oktober in China.

Text und Foto stammen von Swiss Running


08.10.2018

Top-10-Resultat lässt auf sich warten

Der legendäre Murtenlauf endete für mich praktisch identisch wie bei meinen ersten zwei Teilnahmen:

2014: 11. Rang in 57:50 Min.
2016: 12. Rang in 57:37 Min.
2018: 13. Rang in 57:35 Min.

Da die Vorbereitung relativ kurz ausfiel und ich einen grossen Teil des Rennes alleine lief, war ich dennoch mit dem Resultat sehr zufrieden. Und so bleibt mir für die nächsten Jahre das Ziel, den Murtenlauf endlich in in einer Zeit von unter 57 Minuten und in den Top 10 zu beenden. Nun geht es für mich weg von der Strasse und ab ins Gelände: The cross contry running season is on!

Quelle Fotos: Daniel Mitchell und privat


01.10.2018

Ein Sommermärchen

«Deutschland. Ein Sommermärchen» ist der Titel eines Dokumentarfilms über die deutsche Nationalmannschaft auf dem Weg zur und bei der Fussball-Weltmeisterschaft 2006. Zwölf Jahre später spielte sich nun mein ganz persönliches Sommermärchen ab. Nach einer tollen Vorbereitung, davon vier Wochen im Engadin, konnte ich am EM-Marathon mit dem 42. Rang sowie einem Zählresultat für das Schweizer Team eine sehr gute Leistung abliefern. Kaum zu Hause angekommen wurde ich von der Gemeinde Köniz zur Sportehrung 2018 eingeladen. Ein gelungener Anlass bei dem ich mittlerweile zum dritten Mal in Folge teilnehmen durfte.

Danach ging es an die letzten Vorbereitungen für einen besonderen Tag, den ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Meine Frau und ich veranstalteten am 1. September, nach dem wir am 1. Juni bereits zivil geheiratet hatten, eine Hochzeitsfeier mit Familie und Freunden. Um anschliessend ein bisschen Zeit zu zweit zu haben, verreisten wir noch eine Woche auf Korfu. So neigte sich mein Sommermärchen langsam dem Ende zu und der Alltag hielt wieder Einzug. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an mein ganzes Umfeld für die wertvolle Unterstützung während der vergangenen Saison und für diesen unvergesslichen Sommer!

Der Wiedereinstieg ins Training verlief dann nach der Saisonpause erwartungsgemäss ein wenig harzig. Deshalb stimmte mich die Zeit von 1:10:23 beim Halbmarathon am Greifenseelauf nicht weiter nachdenklich. Mittlerweile läuft es ganz ordentlich, und ich bin gespannt, zu was ich am Sonntag am Murtenlauf zu leisten fähig sein werde. Die letzten sportlichen Ziele in diesem Jahr sind mit der CISM Cross WM in Luanda/AGO und der Cross EM in Tilburg/NED gesetzt. Dort werde ich versuchen, auch den Herbst/Winter erfolgreich zu gestalten, bevor ich die Vorbereitung für einen Frühlingsmarathon in Angriff nehmen werde.


30.08.2018

Interview mit running.COACH

Einen Marathon zu laufen ist etwas Spezielles. Und erst recht, wenn es die 42.195 Kilometer an den Europameisterschaften in Berlin sind. Andreas Kempf war als einer der Schweizer Athleten dabei und platzierte sich auf dem 42. Schlussrang mit einer Zeit von 2h21’35’’ bei seinem zweiten Marathon überhaupt. running.COACH hat mit Andreas Kempf, welchen wir schon seit längerer Zeit begleiten, über seine EM-Erfahrungen in Berlin sowie seine Zukunftspläne gesprochen.

Beschreibe deinen EM Marathon mit drei Worten.
rennen – schwitzen – leiden

Wie hast dich auf die heissen Temperaturen in Berlin vorbereitet? Normalerweise finden Marathons morgens im Frühling oder im Herbst bei angenehmen Lauftemperaturen zwischen 5 und 15 Grad Celsius statt.
Genau, die Marathons bei internationalen Meisterschaften finden für Marathonläufer unüblicherweise im Hochsommer statt. Dies bedingte gewisse Anpassungen in der Vorbereitung, damit der Körper an die Hitze gewöhnt war. So reisten wir vom Engadin ab und zu nach Italien, um in der Wärme zu trainieren. Oder gewisse Trainings wurden bewusst an der Mittagssonne absolviert. Zudem versuchte ich den Körper unmittelbar vor und während dem Rennen bestmöglich runterzukühlen. Das geschah mit aufklebbaren Kühl-Pads von EMCOOLS beim Einlaufen sowie während dem Rennen mit Liquid Ice. Diese kühlende Flüssigkeit, die man einfach über das Dress schütten kann, klebte alle fünf Kilometer an meiner persönlichen Verpflegungs-Flasche.

Bist du zufrieden mit deiner Leistung?
Ja, ich bin sehr zufrieden. Von den Meldezeiten her lag ich auf Rang 63 und konnte nun als 42. ins Ziel laufen. Auch von der Zeit her zeigte ich ein gutes Rennen. Bei diesen heissen und zum Teil windigen Bedingungen verlor ich nur gut zwei Minuten auf meine persönliche Bestzeit. Zudem lieferte ich als dritter Schweizer ein Zählresultat für die Mannschaftswertung. Leider schrammten wir dort als viertplatziertes Team knapp an einer Medaille vorbei. Dies ist der einzige Wermutstropfen von diesem EM-Marathon.

Was war dein persönliches Highlight?
Einerseits die unglaublich tolle Stimmung am Streckenrand, für welche auch unzählige Schweizer Fans verantwortlich waren. Andererseits meine mentale Fähigkeit, die letzten zwei Kilometer nochmals schneller zu laufen. Und nicht zu vergessen der grandiose Zusammenhalt und die Unterstützung innerhalb des Schweizer Teams. Sorry, das waren jetzt schon drei persönliche Highlights!

Was nimmst du mit für deine Zukunft als Läufer?
Ich nehme eine grosse Portion Motivation mit von diesen Leichtathletik-Europameisterschaften allgemein, die ja für uns Schweizer extrem erfolgreich verliefen, und vom Marathon im Speziellen. Da es erst mein zweiter Wettkampf über diese Distanz war, konnte ich viele wertvolle Erfahrungen in der Vorbereitung, aber auch während dem Rennen für zukünftige Marathons sammeln. Ich bin eigentlich nach wie vor ein Marathon-Anfänger und habe das Gefühl, dass ich noch viel Potenzial besitze. Umso wertvoller war es für mich, in der Marathon-Vorbereitung im Engadin vier Wochen lang mit den anderen Schweizer Marathonläufern (ausser Tadesse Abraham, der bereitete sich in Äthiopien vor) zusammen trainieren zu können und von ihnen zu lernen.

Und jetzt, hast du den Post-Marathon-Blues?
Erstaunlicherweise nicht gross, obwohl ich noch nie so gelitten habe am Ende eines Rennens. Bereits zehn Tage nach dem Marathon habe ich das erste Mal wieder die Laufschuhe geschnürt für ein lockeres Footing. Meiner Erfahrung nach kommt meistens die Lust für das Training und der Drang, sich neue Ziele zu setzen nach erfolgreichen Wettkämpfen schneller wieder, als wenn man unzufrieden ist mit der Leistung. Bevor ich jedoch nun wieder beginne strikt nach Trainingsplan zu trainieren, werde ich mit meiner Frau noch eine Woche Ferien geniessen.

Wie motivierst du dich für neue Ziele? Was steht bei dir an?
Indem ich neue Ziele setze! Ich kann meine Marathon-Bestzeit (2:19:22) bestimmt noch um einige Minuten verbessern. Wie viele es sein werden, wird die Zukunft zeigen. Der Traum wäre natürlich eine Teilnahme an den Olympischen Spielen. In naher Zukunft werde ich jedoch versuchen, mich mit dem Halbmarathon am Greifenseelauf und dem legendären Murtenlauf wieder in Form zu bringen. Danach werde ich entweder die Cross-EM Qualifikation ins Visier nehmen oder einige Stadtläufe absolvieren. Der nächste Marathon steht dann erst im Frühling auf dem Programm.

Der Text stammt aus einem Interview mit running.COACH

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