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01.08.2017

Grosse Ehre

Heute Mittag hatte ich bei der Bundesfeier in Heitenried die grosse Ehre, die 1.-August-Ansprache halten zu dürfen. Bei schönstem Wetter und einer tollen Kulisse beim Schloss, welches seit 1880 als Primarschulhaus verwendet wird, erzählte ich den anwesenden Einwohnern meiner Gemeinde vom Team-Erfolg im Halbmarathon an den Europameisterschaften letztes Jahr in Amsterdam. Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Gemeinde Heitenried und dem TSV Heitenried für die Organisation dieser gelungenen Feier und dem Vertrauen mir gegenüber herzlich bedanken.

Fotos: Bruno Werthmüller


24.07.2017

Kempfs Freude über Bronze

Während sich Pascal Mancini über seine zwei Silbermedaillen nicht richtig freuen konnte, war Andreas Kempf (TSV Düdingen) nach dem Gewinn von Bronze über 5000 m «sehr zufrieden.» Der Schweizer Meister 2014 überquerte die Ziellinie als Dritter, in 14:26,76 Minuten büsste er 51 Hundertstelsekunden auf Silber und Luca Noti (ST Bern) ein. Gold ging an Jonas Raess (LC Regensdorf) in 14:22,88. «Angesichts des Verlaufs der bisherigen Saison und der guten Konkurrenz bin ich über Bronze sehr glücklich. In den letzten Monaten gab es mit Uni-Prüfungen, Wohnungsumzug und Krankheit einige Sachen, die sich negativ auf meinen Trainingsumfang ausgewirkt haben. So konnte ich dieses Jahr über 5000 m keine grossen Stricke zerreissen.»

Zu den Schweizer Meisterschaften trat der Heitenrieder nur mir der viertbesten national gelaufenen Zeit (14:12,89) an. «Niemand erwartete von mir eine Medaille. Es war eine sehr interessante Ausgangslage, für einmal ohne äusseren Druck antreten zu können.» Der Finallauf war geprägt von zahlreichen Führungswechseln, wobei auch Kempf gelegentlich an der Spitze lief. «Ich habe versucht, das Rennen nicht einschlafen zu lassen. Ich wusste, dass es einige sehr endschnelle Läufer im Feld hat, gegen die ich im Spurt chancenlos geblieben wäre. Einen Kilometer vor Schluss habe ich deswegen angegriffen.» Kemps Tempoverschärfung konnten nur Noti und Raess folgen, im Gleichschritt nahm das Trio die letzte Runde in Angriff. «150 Meter vor dem Ziel lag ich an zweiter Stelle, auf den letzten Metern musste ich mich aber noch überholen lassen. Mit Platz drei bin ich aber zufrieden.»

Nun richtet Andreas Kempf seinen Fokus auf die Saison 2018 aus. Am 24. September will er den Berlin-Marathon laufen und dabei die Limite für die EM 2018 in Berlin unterbieten. Auch über 5000 m und 10 000 m peilt der 29-Jährige eine Teilnahme an den Europameisterschaften an. «Für nächstes Jahr habe ich drei Gelegenheiten, mich zu qualifizieren. Ab 2019 möchte ich mich dann aber auf den Marathon fokussieren.»

Für den Sensler geht es beim Berlin-Marathon auch darum, erste Erfahrungen über die 42 Kilometer zu gewinnen. Als Vorbereitung absolviert Kempf im August ein vierwöchiges Trainingslager auf dem Berninapass (2235 m ü. M.). «Da trainieren wir rund 400 Meter höher als in St. Moritz, wo wir in den letzten Jahren jeweils unser Sommertraining durchgeführt haben. Ich hoffe, dass sich das positiv auswirkt auf mein Leistungsvermögen.»

Text: Freiburger Nachrichten vom 24.07.2017

Fotos: athletix.ch

Video vom Rennen: UBS Athletics Fan Corner

Video von der Siegerehrung: UBS Athletics Fan Corner


16.07.2017

14:15, 14:12, 14:09...

Scheinbar bräuchte ich noch mindestens drei 5000-Meter-Rennen dieses Jahr, um die 14-Minuten-Grenze zu knacken. Wenigstens konnte ich gestern Abend am Memorial Rasschaert in Ninove/BEL bei guten Bedingungen und in einem für mich idealen Feld meine Saisonbestleistung noch unter 14:10 drücken. Bis 3600 Meter war ich sogar noch auf <14:00-Kurs. Leider kostete es mich eine Spur zu viel Energie, dieses Tempo zu laufen, was ich dann auf den letzten Runden büsste.

Nun freue ich mich auf das Trainingslager im Engadin, wo ich mich zum Saisonende so gut wie möglich auf den Berlin-Marathon vorbereiten will. Zuerst werde ich jedoch am kommenden Freitagabend an den Schweizer Leichtathletik Meisterschaften im Letzigrund noch um Edelmetall kämpfen. Lasst euch dieses Spektakel im Live-Stream oder live vor Ort nicht entgehen!


28.06.2017

Vier laufen beim Pilotprojekt unter 30

14 Läufer starteten in Regensburg am Montagabend im stillen Kämmerlein. Nicht alle Hoffnungen erfüllen sich.

Was machen Langstreckenläufer, die Schwierigkeiten haben, geeignete hochklassige Rennen zu finden? Ganz einfach: Sie organisieren sich einfach ihr eigenes Ding. Mehr oder weniger im stillen Kämmerlein hatten Kurt Ring und seine Crew von der LG Telis Finanz Regensburg die Pläne für ein Abendrennen über 10 000 Meter auf ihrer Trainingsbahn am Oberen Wöhrd in Regensburg entworfen, Zwei Schweizer, ein Allgäuer und elf Frauen und Männer aus der vereinseigenen Läufer-Armada traten am Montagabend spätabends um 22 Uhr bei immer noch hochsommerlichen Temperaturen von 25 Grad zu den 25 Bahnrunden zu einem offiziell angemeldeten Rennen mit Zeitnahme, Lautsprecheranlage und LG-Präsident Norbert Lieske als Stadion-Moderator an.

Nicht alle Hoffnungen erfüllten sich beim Pilotprojekt: Neun Läufer erreichten das Ziel – und am Ende stand bei herrlicher Athmosphäre vor handverlesenem Publikum von rund 50 meist persönlich aktivierten Zuschauern aus Verwandtschaft und Bekanntschaft ein Ergebnis, das seinesgleichen in Deutschland sucht: Angeführt von einem famosen Sieger Simon Boch, dem deutschen 10 000-Meter-Meister, der mit 29:14,21 Minuten weitgehend im Alleingang eine Klasseleistung und ähnliche Zeit wie bei seinem DM-Titel in Bautzen ablieferte, blieben vier Mann unter der magischen 30-Minuten-Grenze. Nur zur Einordnung: In diesem Jahr hatten das zuvor gerade 13 deutsche Läufer geschafft.

Neben Boch kam am Montagabend mit Tim Ramdane Cherif noch ein Telis-Mann mit neuer Bestzeit von 29:37,86 Minuten dazu. Auch für den Schweizer Andreas Kempf vom TSV Düdingen, der unlängst sein Land beim 10 000-Meter-Europacup vertrat, lohnte sich die Reise – Bestzeit (29:42,64). Die Nummer vier im Quartett war Olympiastarter Philipp Pflieger, der sich in der neuerlichen Vorbereitung auf den Berlin-Marathon im Herbst befindet (29:57,45).

Weitere hochrangige Starter sagten kurzfristig ab. Die zig-malige deutsche Meisterin Sabrina Mockenhaupt musste krank passen, die für Regensburg laufende Olympia-Marathonfrau Anja Scherl fehlte nach den Belastungen ihres Höhentrainingslagers. Derweil musste Corinna Harrer trotz der Tempomacher-Dienste von U-20-EM-Starterin Miriam Dattke einsehen, dass sie Geduld braucht – noch vor der Hälfte der Distanz war Schluss. Auch Jonas Koller zollte einem Arbeitstag im Sportladen Tribut und stieg aus.

Die meisten aber waren begeistert: Der erst vor ein paar Wochen zum Telis-Team gestoßene Nabburger Erik Hille (31:56,61, hinter Felix Plinke/31:28,24) schmiss eine kleine Kofferraum-Party mit Kuchen und Getränken. Und der Allgäuer Kevin Key (31:58,61), der in Regensburg übernachtete, sucht ebenfalls Anschluss. „Zu Hause bei mir bin ich immer alleine unterwegs.“ Der Versuch, Begeisterung zu wecken und die RT-Bahn zu läuferischem Leben wie vor Jahrzehnten zu erwecken, ist jedenfalls gelungen – und schreit nach Wiederholung.

Quelle Text: Mittelbayerische Zeitung vom 27.06.2017


12.06.2017

European 10‘000m Cup in Minsk/BLR

Zwei Tage, ein Wettkampf und tausende Eindrücke – etwa so lässt sich mein Ausflug nach Minsk an den 10‘000 Meter Europacup zusammenfassen. Am Freitagmorgen machten sich Martina Tresch, ihr Freund Marian Janoska und ich von Bern via Genf auf den Weg nach Minsk. Freundlich wurden wir am Flughafen von Volunteers empfangen und direkt ins schöne 4-Sterne-Hotel Victoria Olimp gebracht. Kurze Zeit später ging es bereits zur Stadionbesichtigung, welche mit einem lockeren Läufchen abgerundet wurde. Nach einem feinen Abendessen im Hotel sank ich anschliessend ziemlich müde ins Bett.

Der erste Eindruck von Minsk, welches am Fluss Swislatsch liegt, überraschte mich. Ich erwartete eine rückständige, heruntergekommene und eventuell eher schmuddelige alte Sowjet-Stadt. Doch ich fand eine schöne, sehr saubere und moderne Metropole vor, welche grosszügige Strassen, Plätze und Grünflächen zu bieten hat. Wie ich später erfuhr, wurde fast die ganze Stadt im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach auf dem Reissbrett neu geplant.

Am Samstag absolvierte ich die ganze normale Wettkampfvorbereitung mit Morgenjogging, kohlenhydratreichem Frühstück, Kartoffelstock-Mittagessen und Power Nap. Nach dem Einlaufen und der Prozedur mit Call Room 1 und 2 stand ich dann um 16:20 Uhr bei drückender Hitze an der Startlinie, um die 25 Runden in Angriff zu nehmen. Man hätte sich in diesem Moment zwar angenehmeres vorstellen können als 10`000 Meter zu laufen, aber ich war topmotiviert die 30-Minuten-Grenze zu durchbrechen.

Es ging ziemlich zügig los, und ich fand Unterschlupf in der zweiten Gruppe (der 1. Kilometer passierten wir in 2:55, die 3-Kilometer-Marke bei 8:50). Das hohe Anfangstempo konnten die Konkurrenten in meiner Gruppe zum Glück nicht ganz halten, sodass ich langsam einen relativ angenehmen Rhythmus fand. Bei Rennhälfte lagen wir mit 14:55 immer noch gut auf Kurs. Allmählich wurde es jedoch richtig hart und meine Gruppe verkleinerte sich stetig. Die letzten zwei Kilometer nahm ich dann gemeinsam mit dem Italiener Lorenzo Dini und dem Türken Sezgin Ataç in Angriff, die ich erst auf der letzten Runde ziehen lassen musste.

Völlig erschöpft benötigte ich im Ziel zuerst einmal einige Minuten zur Erholung. Mit 30:10,86 verpasste ich zwar die angestrebte Zeit, realisierte jedoch eine neue persönliche Bestzeit (PB) und klassierte mich mit dem 6. Rang in meiner Serie und dem 19. Gesamtrang weiter vorne als erwartet. Zudem zeigte sich beim Studieren der Rangliste, dass bei diesen Bedingungen fast alle eine halbe Minute oder mehr auf ihre PB verloren hatten, was meine Zeit entsprechend aufwertet. Somit war ich gar nicht so unzufrieden mit meiner Leistung und genoss den späteren Nachmittag in der Innenstadt von Minsk mit Martina (welche leider rund eine halbe Minute hinter ihrer PB blieb) und Marian beim Burger-Essen, bevor es dann am Abend an die Closing Party ging. Nach kurzer Nacht brachte uns ein Shuttlebus bereits um 6:00 Uhr an den Minsker Flughafen, von wo wir ohne Komplikationen wieder in die Schweiz reisten.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Swiss Athletics für die Selektion sowie an Belarus Athletics und European Athletics für die tolle Organisation! Einziger Kritikpunkt: Wenn man das nächste Mal den Start noch auf den Abend verschieben würde, könnten die Athleten von besseren Bedingungen profitieren und noch schnellere Zeiten laufen. Übrigens, der erste Eindruck von Minsk bestätigte sich. Mir gefällt die Stadt nach wie vor sehr gut.

Videobeitrag: Youtube

Quelle Fotos: Belarus Athletic Federation