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15.01.2017

Vom weissen Schnee zur roten Erde

Wie im Vorjahr verbringe ich beinahe den ganzen Januar im Höhentrainingslager im Läuferparadies Iten (oder wie es die Einheimischen ganz bescheiden nennen: „Home of Champions“) in Kenia. Das Motto lautet wiederum „train – eat – sleep – repeat“. Es ist sowieso praktisch alles wie letztes Jahr: Die Kenianer empfingen uns überaus nett, das Hotel Kerio View bietet eine angenehme Unterkunft, das Essen schmeckt hervorragend, die Internetverbindung funktioniert einigermassen und die zwei Lauftrainings pro Tag werden am Morgenfrüh und am späteren Nachmittag auf wunderschönen, coupierten Strecken absolviert.

Jedoch heissen meine Trainingspartner dieses Mal ein bisschen anders. Gemeinsam mit meinem Mitbewohner Chrigi Gmür, dem langjährigen Tessiner Weggefährten Adriano Engelhardt und dem Marathon-Schweizermeister Stefan Trummer reiste ich vor einer Woche via Nairobi nach Iten. Dort trafen wir auf die beiden weiteren Schweizer Marathonläufer Michael Ott und Christoph Rüthemann, welche bereits seit Ende Dezember im Kerio View weilen. Leider konnten dieses Jahr Adrian Lehmann und Christian Kreienbühl verletzungshalber nicht mitkommen.

Gemeinsam versuchen wir sechs Schweizer hier im kenianischen Hochland unsere Grundlagenausdauer zu verbessern, und uns somit eine gute Basis für die nächste Saison zu erarbeiten. Wegen der Akklimatisationszeit auf 2400 m ü. M. spulte ich in der ersten Woche fast nur lockere Dauerläufe ab, wobei meine Garmin-Uhr dafür bereits fast 170 Kilometer anzeigt. Immer in kurzen Hosen unterwegs ist es mir hier momentan sicher wohler zum Trainieren als in der tief verschneiten Schweiz.

Ich melde mich wieder nach den ersten härteren Trainingseinheiten und schicke sonnige Grüsse, euer Andreas


10.01.2017

In eisiger Kälte nur vom Berglauf-Weltmeister geschlagen

Beim UBS Cross im Leimacker in Düdingen am letzten Samstag, der zugleich als Freiburger Cross-Meisterschaft zählte, feierte der Berglauf-Weltmeister Joseph Gray aus Colorado Springs einen klaren Start-Ziel-Sieg.

Gray ist 1984 in Lakewood/USA geboren und studierte bis 2006 Soziologie an der Oklahoma State University. Seither ist er Profiläufer und besitzt im Wallis ein Ferienhaus, von wo aus er in Europa Rennen absolviert. So gewann er 2009 und 2016 den berühmten Pfändlerlauf im vorarlbergischen Bregenz, 2013 den Glacier 3000 Run in Gstaad und 2016 die Berglauf-Weltmeisterschaft im bulgarischen Saparewa Banja. 2015 wurde er mit dem «USA Mountain Runner of the Year Award» ausgezeichnet.

In Düdingen zog Gray los wie die Feuerwehr und nahm in der ersten von neun Runden dem Lokalmatadoren Andreas Kempf bereits 50 Meter ab. Dieser sah bald ein und realisierte, dass er gegen Gray keine Chance hatte. Entsprechend lief er dann bis zur vorletzten Runde zusammen mit dem Äthiopier Mekonen Tefera (TVL), dem Sieger des letzten Freiburger Halbmarathons in Courtepin, Geronimo von Wartburg (LV Winterthur) und David Lustenberger (LV Horw).

Auf der Schlussrunde zog Kempf dann etwas an und nahm Tefera rund acht Sekunden ab. Von Wartburg und Lustenberger belegten die letzten Plätze dieses Quartetts. Gray lief bis ins Ziel einen Vorsprung von über einer Minute heraus. «Ich habe schon früh gemerkt, dass gegen Gray nichts auszurichten war, obwohl ich damals noch nicht wusste, dass es sich um einen der grössten Bergläufer der Welt und starken Crossläufer handelt», sagte Kempf, der am Sonntag in ein mehrwöchiges Trainingslager nach Kenia abgeflogen ist. Erste Saisonziele sind dann die Hallenmeisterschaften in Magglingen und die Schweizer Cross-Meisterschaften in Köniz, «einen Kilometer von meiner Läufer-WG entfernt». In dieser Saison wolle er seine Bestzeiten über 5000 und 10 000 Meter weiter verbessern. Er bleibe selbstverständlich weiterhin beim TSV Düdingen, meinte der gebürtige Heitenrieder abschliessend.

Text: Freiburger Nachrichten vom 10.01.2017

Fotos: Daniel Werthmüller und privat


13.12.2016

Klug, aber nicht unwiderstehlich gelaufen

Cross-Europameisterschaften in Chia/ITA auf Sardinien

Letzten Sonntag um 13:10 Uhr war es soweit. 80 Läufer vereinten sich bei der Elite-Kategorie der Männer am Start. Die Sonne brannte von oben und das Thermometer zeigte auf der beliebten Ferieninsel 20 Grad Celsius an. Marco Kern, der zweite Schweizer im Feld, und ich standen nebeneinander in der helvetischen Startbox und sahen den flachen, sehr schnellen Wiesen-Parcours vor uns. Einzig drei Strohballen-Hindernisse und drei kleine giftige Hügel waren auf der 1500 Meter langen Runde, welche sechsmal zu absolvieren war, zu erkennen. Gemeinsam mit dem Betreuerteam hatten wir am Vorabend eine klare Taktik vereinbart: „gemächlich“ starten, einen guten Rhythmus finden und ab Rennhälfte die zu schnell gestarteten Läufer einsammeln.

Ohne in ein Gerangel zu geraten, reihten sich Marco und ich auf der Startschlaufe um Position 75 ein. Den ersten Kilometer, wo man eigentlich erst auf die richtige Runde einbog, passierten wir bei 2:55 Minuten. „Genau richtig!“, dachten wir und absolvierten den zweiten Kilometer weiterhin hinten im Feld in rund drei Minuten. Danach begann unsere Aufholjagd. Wir machten langsam aber sicher Position um Position gut. Nicht dass wir schneller wurden, aber wir bauten dank dem vernünftigen Start weniger ab als die meisten anderen Läufer. Dank abwechselnder Führungsarbeit stiessen wir zwei Runden vor Schluss bis auf den 60. Rang vor. Leider konnte ich ab dort Marco nicht mehr ganz folgen. Schlussendlich lief er als 50. und ich als 57. ein. Unsere Endzeiten für die 9940 Meter lange Strecke betrugen 30:05 resp. 30:28 Minuten. Die gesamte Rangliste kann unter diesem Link angeschaut werden. Das harte Rennen und die ungewohnten Dezember-Temperaturen schienen allen Läufern zu schaffen zu machen. Wie tote Fliegen und mit hochrotem Kopf lagen, sassen oder sich an den Betreuer haltend standen sie im Zielbereich. Bei der Closing-Party schien es aber allen wieder gut (oder zu gut) zu gehen. ;-) An dieser Stelle möchte ich meinen Schweizer Teamkollegen/innen zu ihren tollen Resultaten gratulieren und mich bei unseren Betreuern vor Ort herzlich bedanken.

Mittlerweile bin ich wieder wohlauf in der Schweiz gelandet und motiviert, den nicht mehr allzu grossen Abstand zum europäischen Mittelfeld im nächsten Jahr wettzumachen. Deshalb werde ich auch dieses Jahr wieder fast den ganzen Januar im Trainingslager im kenianischen Hochland verbringen. Einen Tag vor der Abreise werde ich aber noch versuchen, das UBS Cross Düdingen erstmals zu gewinnen. Nun wünsche ich euch allen eine schöne Weihnachtszeit und bereits jetzt einen guten Rutsch in ein hoffentlich spannendes neues Jahr!

Für weitere Impressionen einfach das untere Bild öffnen und nach rechts klicken:


30.11.2016

Cross-EM, ich komme!

Gestern tagte die Selektionskommission von Swiss Athletics und gab anschliessend das Aufgebot für die Cross-Europameisterschaften vom 11. Dezember in Chia (Sardinien) bekannt. Es freut mich sehr, dass ich einen positiven Entscheid erhielt. Somit werde ich zusammen mit 15 weiteren Schweizer Läufer/innen an diesem letzten europäischen Grossanlass in diesem Jahr teilnehmen. Alle wichtigen Informationen wie Startlisten, Streckenpläne, Startzeiten etc. findet man unter folgendem Link.

Die Selektion verdiente ich mir mit zwei soliden Leistungen an den beiden Qualifikationsläufen in Mol/BEL und Tilburg/NED. Während in Belgien vor gut drei Wochen die Konkurrenz noch einigermassen überschaubar war, ging es letztes Wochenende am Warandecross in Holland so richtig zur Sache. Ein Grossteil der europäischen Eliteläufer stand am Start und wollte sich für die Cross-EM empfehlen. Weit über 100 Athleten wurden gleichzeitig auf die Strecke geschickt, was zu entsprechendem Gerangel auf der Startrunde führte. Etwa nach einem Drittel des Rennens beruhigte sich das Geschehen langsam, und ich fand in einer starken Gruppe Unterschlupf. Jedoch nach zwei Renndritteln musste ich merken, dass sich meine Energiereserven ein bisschen zu schnell dem Ende zu neigen. Während andere Läufer aus meiner Gruppe weiter nach vorne liefen, musste ich versuchen meine Position zu halten. Dies gelang mir halbwegs, und mit letzten Kräften rettete ich mich über die Ziellinie. Anfangs ziemlich enttäuscht über den ernüchternden 49. Rang stellte sich ein wenig später heraus, dass meine Zeit von 31:24 auf dieser 10-Kilometer-Strecke in den letzten Jahren zu weit bessern Platzierungen geführt hätte. Zudem hielt sich der Abstand mit knapp 1:30 Minuten auf die Spitze in Grenzen. Und zu einer Platzierung in den Top 30 fehlten mir lediglich 25 Sekunden.

Was ist nun die Schlussfolgerung daraus für die anstehenden Europameisterschaften? Es zählt jede Sekunde!


21.11.2016

Presseschau Corrida Bulloise

Freiburger Nachrichten: Der Heitenrieder Andreas Kempf (TSV Düdingen) lief im stark besetzten Rennen als erster Freiburger auf den 14. Rang: «Die ersten zwei Runden waren extrem schnell. Ich ging das Rennen wohl wie die meisten etwas zu schnell an. Aber es lief mir dann sehr gut. Ich konnte am Ende noch zwei Läufer überholen. Das heutige Rennen war ein Test für den Qualifikationslauf für die Cross-EM.» Kommenden Sonntag startet Kempf in Tilburg, wo er seinen 16. Rang vom kürzlichen Quali-Lauf bestätigen muss, um an die Europameisterschaft fahren zu können.

La Liberté: Frustré par un Morat-Fribourg en deçà de ses espérances, Andreas Kempf a retrozvé le sourire – même s’il ne l’a jamais vraiment perdu – samedi à Bulle. Poing serré sur la ligne d’arrivée, le Singinois, n’a pas boudé son plaisir. «J’étais vraiment content d’avoir pu accélérer sur les 100 derniers mètres et devancer notamment Kurui Dickson (troisième l’an passé, ndlr), Sullivan Brunet et Ahmed El Jaddar.», savoure-t-il. Quatorzième du classement final (24’26), le champion d’Europe par équipes de semi-marathon a pulvérisé son ancien meilleur chrono bullois (24’52 en 2012). De quoi lui donner une bonne dose de confiance avant de se rendre aux Pays-Bas, à Tilburg, la semaine prochaine, où il tentera d’arracher son billet pour les championnats d’Europe de cross en Sardaigne, à Chia (11 décembre).

Quelle Fotos: Hugo Rey und privat