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28.09.2017

Berlin, Berlin

Berlin scheint für mich ein gutes Pflaster zu sein. Im Frühjahr 2016 konnte ich in der deutschen Hauptstadt die Limite für die Europameisterschaften sowie den Freiburger Rekord im Halbmarathon unterbieten. Nun gelang mir am vergangenen Sonntag an selber Stätte trotz teilweise windigen und regnerischen Verhältnissen das gleiche Kunststück äusserst knapp auch über die doppelte Distanz.

In 2 Stunden 19 Minuten und 22 Sekunden verbesserte ich bei meinem Marathon-Debüt den Kantonalrekord, welcher fast 25 Jahre lang von Jean-François Cuennet gehalten wurde, um 13 Sekunden. Zudem erfüllte ich somit auch den Richtwert von Swiss Athletics (2:19:30) für die Leichtathletik-Europameisterschaften im August 2018. Zusammen mit einer gewissen Portion Wettkampfglück spielten viele Faktoren eine wichtige Rolle, dass ich am entscheidenden Tag diese Leistung erbringen konnte. Einerseits wählte ich bewusst den Berlin-Marathon aus, weil die Strecke überaus flach und schnell ist, eine einzigartige Stimmung am Strassenrand herrscht, das Teilnehmerfeld um meine gewünschte Zielzeit jeweils sehr dicht besetzt ist und normalerweise das Wetter gut mitspielt. Andererseits versuchte ich seit den Schweizermeisterschaften Ende Juli auf der Bahn alles dem Marathon unterzuordnen. Das heisst, ich stellte das Training um, verbrachte vier Wochen auf dem Berninapass auf 2300 Metern über Meer und testete die optimale Wettkampfverpflegung mehrmals aus. Dabei konnte ich auf die volle Unterstützung meines Umfelds und auf erstklassige Trainingspläne meines langjährigen Coaches Erwin Grossrieder zählen. Nach dieser (eigentlich zu) kurzen zweimonatigen Marathonvorbereitung reduzierte ich einige Tage das Training stark. Daneben ernährte ich mich ab 72 Stunden vor dem Start besonders kohlenhydratreich und ballaststoffarm, was vor hohen sportlichen Belastungen über 90 Minuten von Ernährungswissenschaftlern empfohlen wird. Nach dieser sogenannten Tapering- und Carboloadingphase steht man dann möglichst erholt und mit vollen Speichern an der Startlinie.

Bei mir reichten zum Glück die Energiereserven und die mentale Willenskraft, um den Freiburger Rekord sowie die EM-Limite in Extremnis zu knacken. Sofern ich bis zum Selektionsentscheid im Frühling weiterhin den schnellsten sechs Schweizern angehöre und gesund bleibe, steht einem weiteren Einsatz im Nationaldress also nichts im Weg. Und wo finden diese nächsten kontinentalen Titelkämpfe statt? Genau, in Berlin!

Dieser Text erschien am 28.09.2017 als Gastkolumne in den Freiburger Nachrichten.


10.09.2017

Marathon-Debüt steht vor der Tür

Zum Abschluss des vierwöchigen Trainingslagers im Engadin und als letzter harter Test vor dem Berlin-Marathon startete ich am SWITZERLAND MARATHON light (21,1 km) in Sarnen. Mit einer gewissen Müdigkeit in den Beinen bekundete ich zu Beginn ein bisschen Mühe den Tritt zu finden. Glücklicherweise fand ich Unterschlupf in der Verfolgergruppe mit Fabian Kuert und Geronimo von Wartburg, welche beide in Berlin auch die EM-Limite für das nächste Jahr angreifen wollen. Vorne setzten sich schnell zwei Äthiopier und mein ehemaliger Mitbewohner Adrian Lehmann ab, welche einen enorm hohen Rhythmus anschlugen. Ab Rennhälfte lief es mir langsam besser, und ich übernahm auch häufiger die Führungsarbeit in unserer Gruppe. Doch mit dem besseren Gefühl in den Beinen ging ein flaues Gefühl im Magen einher, was dazu führte, dass ich bei Kilometer 16 einen kurzen WC-Halt einlegen musste. Somit verlor ich natürlich den Anschluss an die Gruppe und die Chance auf eine gute Endzeit. Trotzdem beendete ich das Rennen noch auf dem 6. Rang und mit der Gewissheit, dass ich für Berlin bereit bin. Denn im erholten Zustand, auf einer flachen Strecke und ohne Komplikationen unterwegs könnte ich viel schneller laufen.

Nun verbleiben noch zwei Wochen bis zu meinem Marathon-Debüt. Mit Zuversicht und Respekt blicke ich meinem Start in der deutschen Hauptstadt entgegen. Ich konnte alle nötigen Trainingseinheiten, insbesondere die Longruns, ohne Beschwerden absolvieren, fühle mich bereit und habe sehr gute Erinnerungen an Berlin. Trotzdem bleibt beim (ersten) Marathon unklar, wie der Körper auf die Tappering-Phase, die Renndistanz, die Verpflegung, die Wetterbedingungen usw. reagieren wird. Dennoch werde ich versuchen, die EM-Limite (2:19:30) und den Freiburger Rekord (2:19:35) im ersten Anlauf zu unterbieten. Drückt mir die Daumen und schaut euch das Spektakel Berlin-Marathon live vor Ort oder ab 9:00 Uhr auf ARD an!

Foto: alphafoto.com


20.08.2017

(Unter-)Engadiner Sommerlauf

Anstatt „nur“ zu trainieren, nutzten Marcel Berni und ich die Gelegenheit, hier im Engadin bei schönstem Wetter an zwei Wettkämpfen teilzunehmen. Der Unterengadiner Sommerlauf (16 km) in Scuol sowie der Engadiner Sommerlauf (25 km) von Sils-Maria nach Samedan passten als harte Trainingseinheiten hervorragend in unser Programm. In Scuol galt es über Stock und Stein einige Höhenmeter zu bewältigen, während beim Engadiner Sommerlauf ein richtiger Tempodauerlauf in der prächtigen Landschaft des Oberengadins absolviert werden konnte. Bei beiden Läufen mussten wir starken Afrikanern den Vortritt lassen, wobei ich den Sieger des Unterengadiner Sommerlaufs auf dem letzten Kilometer in Samedan überspurten konnte. Zur Erholung gab es in Scuol sowie in Samedan jeweils am Nachmittag nach dem Lauf ein Besuch im örtlichen Thermalbad.

Fotos: alphafoto.com


18.08.2017

Halbzeit auf dem Berninapass

Gemeinsam mit Marcel Berni verbringe ich zur Vorbereitung des Berlin-Marathons vier Wochen auf dem Berninapass im Ospizio Bernina auf 2309 Meter über Meer. Die Hälfte dieses Höhentrainingslagers ist nun schon vorüber, und alles läuft bis jetzt wie gewünscht. Wir haben uns gut an die Höhe akklimatisiert, werden fein verköstigt und können sowohl oben auf dem Pass um den Lago Bianco wie auch unten in St. Moritz, Samedan oder Poschiavo ausgezeichnet trainieren. Anstatt noch viele Worte zu verlieren, lasse ich lieber Bilder aus dem wunderschönen Engadin sprechen:


01.08.2017

Grosse Ehre

Heute Mittag hatte ich bei der Bundesfeier in Heitenried die grosse Ehre, die 1.-August-Ansprache halten zu dürfen. Bei schönstem Wetter und einer tollen Kulisse beim Schloss, welches seit 1880 als Primarschulhaus verwendet wird, erzählte ich den anwesenden Einwohnern meiner Gemeinde vom Team-Erfolg im Halbmarathon an den Europameisterschaften letztes Jahr in Amsterdam. Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Gemeinde Heitenried und dem TSV Heitenried für die Organisation dieser gelungenen Feier und dem Vertrauen mir gegenüber herzlich bedanken.

Fotos: Bruno Werthmüller